02. Januar 2017, 18:59 Uhr

Nüchtern betrachtet

Vogelsbergkreis (pm). Gut besucht war die Veranstaltung »Treffpunkt Gesundheit« im Atrium des Krankenhauses Eichhof in Lauterbach zum Thema »Suchterkrankungen am Beispiel der Alkoholsucht«. Der Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Dr. Christoph Herda, Oberarzt Markus Frommelt und Psychologin Gabriela Obermeier widmeten sich den gesellschaftlichen, biologischen und therapeutischen Aspekten der Alkoholabhängigkeit.
02. Januar 2017, 18:59 Uhr
Den Vortrag eröffnete Herda mit einer Übersicht über die demografischen Daten des Alkoholkonsums. Er erläuterte, ab wann und in welcher Menge Alkohol gesundheitsgefährdend ist und welche Relevanz der Konsum von Alkohol auf Verkehrsunfälle und Straftaten hat und welche negativen Folgen und Gefahren, die die Sucht auf den körperlichen Zustand eines Betroffenen haben kann, bestehen. Darüber hinaus beleuchtete er die gesellschaftlichen und sozialen Konsequenzen für Suchtkranke und deren Angehörige.
Oberarzt Markus Frommelt widmete sich den medizinischen und therapeutischen Ansätzen. Er informierte die Zuhörer über Behandlungsmöglichkeiten der Entgiftung, welche Maßnahmen am Krankenhaus Eichhof bei Komplikationen, zum Beispiel bei Verletzungen, Krampfanfällen oder Delirien ergriffen werden und inwieweit Medikamente bei der Entgiftung unterstützen können. Die Psychologin Gabriela Obermeier richtete den Fokus auf psychotherapeutische Komponenten. Die Leiterin der neuen Suchtgruppe »Nüchtern betrachtet« am Krankenhaus Eichhof, die jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr als offene Gruppe stattfindet, stellte Wege vor, in denen Betroffene Unterstützung durch Selbsthilfegruppen oder Therapeuten erfahren können. Auch eine veränderte Lebensweise spielte in ihrem Vortrag eine wichtige Rolle und die Tatsache, dass bei einem Rückfall nicht Scham eine Therapiefortsetzung verhindern sollte.
Den Vorträgen schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Die Referenten gingen auf Fragen zu Klinikaufenthalten bei akuten und Langzeittherapien, Co-Abhängigkeiten von Familienangehörigen, die den Suchtmittelkonsum finanzieren, oder Kollegen, die Minderleistungen vertuschen, Rückfallquoten oder auch Ersatzmedikamente ein.
Darüber hinaus beantworteten die Experten Fragen zu Hilfestellungen bei Depressionen und Vereinsamung und welche Rolle Angehörige spielen können.
»Die Veränderung der Lebensweise und die Annahme von Hilfe durch Angebote unterschiedlicher Stellen und Beratungen sind unabdingbar für eine Genesung«, so lautete dann das Fazit von Christoph Herda, Markus Frommelt und Gabriela Obermeier.

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