05. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Turbulenz im Klimakterium-Club

Gemünden-Ehringshausen (ek). Nach zehn Aufführungen fiel am Sonntagabend zum letzten Mal der Vorhang in der Theaterklause. Klimakterium-Club, zehn Mal Spaß und kurzweilige Unterhaltung für das Publikum und volle Konzentration für die Laiendarsteller sowie die Crew hinter der Bühne. Die Spielsaison zum Jahresende forderte von den Darstellern viel, war aber durchweg ein voller Erfolg und begeisterte die Besucher Abend für Abend. Gleich zwei Debütanten hatten großen Anteil an diesem Erfolg, wobei Regisseur Thomas Tomaschewski, der in diesem Jahr sein Debüt als Spielleiter gab, als Aktiver auf der Bühne schon über viele Jahre Erfahrung gesammelt hatte. So verwunderte es nicht, dass Tomaschewski einen kurzfristig für alle zehn Aufführungen notwendigen Ersatz auf der Bühne ausgesprochen souverän und äußerst professionell meisterte.
05. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Der zweite Debütant war Frank Schmitt, der als Polizist Lorenz Haas einiges in dem Stück ertragen musste und sein schauspielerisches Talent dabei eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. In den übrigen Rollen agierten sehr erfahrene Darsteller aus den Reihen der Laienspielgruppe, die bereits in der Vergangenheit ihr großes Talent und ihre Freude am Laienspiel auf der Bühne präsentieren konnten, und denen auch diesmal wieder eine tolle Darstellung der Charaktere gelang, so dass sich das Publikum in das Stück und in den Handlungsablauf jederzeit hinein versetzen konnte. Mimik, Gestik, die Pointen und das Agieren auf der Bühne, Interaktion und Aktion und nicht zuletzt das Bühnenbild und die Kleiderwahl fügten sich zu einem harmonischen Gesamtbild, das begeisterte.

Autor von Umsetzung angetan

»50+, au weia!«, eine Komödie in drei Akten von Kiril Lupus, wurde so ganz im Sinne des Autors auf der Bühne in Ehringshausen umgesetzt. Dass der Autor sich im Rahmen der Premiereveranstaltung Ende November selbst ein Bild davon machte, nach Ehringshausen extra angereist war und mit Lob an die Darsteller nicht sparte, unterstreicht eindrucksvoll die herausragende Leistung der Darsteller und des gesamten Teams, die damit an die tollen Vorstellungen der vergangenen Jahre nahtlos anknüpfen konnten. Sicherlich ein guter Grund für das Erscheinen des Autors war natürlich, dass die Aufführung in dem beschaulichen Ehringshausen zugleich eine »Welturaufführung« war, die Laienspielgruppe sich als erste Bühne dieses Stückes angenommen hatte. Darüber hinaus hatte man die Premiere im November als tolles Event mit einem »Rund um Paket« gestaltet, ein Angebot mit Getränken und Büffet, welches viel Anerkennung fand.
Das Stück selbst spielt in heutiger Zeit, im Hause der Eheleute Forster, in der Nella Forster (dargestellt von Manuela Hohl), Annegret (Conny Habermehl) und Lilo (Dunja Werneburg), die Wechseljahre ausleben und damit zugleich Abstand vom Anstand nehmen. In ihrem kleinen »Club« wollen sie alle Fesseln abwerfen und die »Selbsterweiterung« scheint auch gut voran zu kommen. Sogar Nellas Gatte Martin (Gernold Krumbein) und dessen Freund Otto (Stephan Seipp) bemühen sich als Unterstützer der Frauen, geraten im Verlaufe des Stückes aber in die Fänge der sexsüchtigen Promi-Beraterin Dr. Wilma Klinke (Johanna Gieß) und dabei deutlich aus der Spur. Die drei Frauen im »Klimakterium-Club« ahnen davon aber nichts, sie sind damit beschäftigt Leni, Ottos Ehefrau (Andrea Falk), im erlauchten Club aufzunehmen.

Dienstwaffe verschwunden

Die unvermeidliche Eskalation nimmt natürlich in komödiantischer Präzision ihren Lauf, sie ereilt dabei den Polizisten Lorenz Haas (Frank Schmitt), dem anlässlich einer Kontrolle von Lilo die Dienstwaffe stibitzt wurde. Sein Versuch sich diese zurück zu holen geht gründlich schief, er landet »entsorgt« vor der Notaufnahme und erscheint später arg lädiert erneut im Hause der Forsters, wo er einiges ertragen muss. Am Ende fügt sich aber alles in die richtigen Bahnen, so wie es sich für ein komödiantisches Verwirrspiel gehört. Die im Stück beschriebene Rolle von Josefa, der Hausangestellten von Frau Dr. Klinke, wurde aufgrund des Ausstiegs der geplanten und einstudierten Besetzung kurz vor der Premiere umgestellt auf »Josef«, den Hausangestellten (Thomas Tomaschewski). Auch dieser kurzfristige Rollenwechsel, der die Pointen und den flüssigen Ablauf des Stückes in keiner Weise beeinträchtigte, unterstrich die Professionalität der Laienspielgruppe, die inzwischen mehr als drei Jahrzehnte das Publikum begeistert.
In den drei Akten gab es reichlich Gelegenheit zum Lachen, das Publikum sparte nicht mit Applaus, denn diesen hatten sich die Darsteller auch verdient. Insgesamt war es eine begeisternde Leistung aller Aktiven, ein Höhepunkt in der mehr als 30-jährigen Erfolgsstory der Laienspielgruppe. Die Fans, und Anhänger der Laienspielgruppe dürfen sich zugleich schon auf die kommende Spielsaison freuen, wenn es dann in der Vorweihnachtszeit 2017 wieder heißt »Vorhang auf« in der Theaterklause von Ehringshausen.

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