11. Mai 2016, 19:53 Uhr

Peter Zielinski legt in Kreistagssitzung Bilanz vor

Vogelsbergkreis (jol). Sie saßen wie Fremde nebeneinander, eher peinlich darauf bedacht, nicht den anderen versehentlich zu berühren. Manfred Görig und Peter Zielinski, Landrat und sein Vize, haben sich nach jahrelanger Zusammenarbeit an der Kreisspitze nichts mehr zu sagen, wie sich in der jüngsten Kreistagssitzung zeigte.
11. Mai 2016, 19:53 Uhr
Wortlos nebeneinander in der Kreistagssitzung: Landrat Manfred Görig (links) und Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski bei der ersten Kreistagssitzung am Dienstag. (Foto: jol)

Die Große Koalition hat in ihrem Koa-Vertrag vereinbart, dass Zielinski abgewählt wird und ein CDU-Mann seine Stelle einnimmt, CDU-Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak.

Weil Zielinski in der Sitzung nur mit Zustimmung des Landrats das Wort ergreifen darf (was er nicht tat), verteilte er seine Bilanz schriftlich. Darin äußert er sich »sehr zufrieden« mit den Ergebnissen in den Bereichen Jugend, Schulen und Liegenschaften sowie Volkshochschule. Stolze 5,7 Millionen Euro hätten die drei Bereiche in den Kreishaushalten eingespart. Dabei habe er einige Neuerungen auf den Weg gebracht, wie der Grünen-Politiker weiter mitteilte.

Bemerkenswert ist demnach ein Mehr an vorbeugender Hilfe im Jugendbereich. So habe der Kreis unter seiner Ägide die sozialraumorientierte Jugendhilfe und kreisweit schulbezogene Jugendsozialarbeit eingeführt. Der Allgemeine Soziale Dienst, quasi die »Feuerwehr« des Jugendamts, sei um vier Stellen aufgestockt worden. Hinzu kamen organisatorische Verbesserungen.

Im Ergebnis sind die Folgekosten in diesem Bereich gesunken, 2,5 Mio. Euro habe er »zur Verbesserung des Kreishaushalts« beigetragen. Ein Grund für die Minderung der Ausgaben mag darin liegen, dass man mit besserer und früherer Beratung in Familien immer wieder verhindern kann, dass Kinder oder Jugendliche in teuren Jugendheimen untergebracht werden. Auf der Haben-Seite verbucht Zielinski auch, dass viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge »sehr geräuschlos und ohne großes Aufsehen« in Zusammenarbeit mit freien Trägern untergebracht wurden.

Bei der Volkshochschule sei das Kursangebot ausgebaut worden, so Zielinski. Statt des umfangreichen Jahresberichts erstelle die VHS nur noch eine tabellarische Bilanz, das spare viel Arbeitszeit ein. Im Bereich der Deutsch- und Integrationskurse wurden vier Lehrkräfte für zwei Jahre zunächst fest angestellt. Die Honorare der Lehrkräfte seien um Herbst um 2,50 Euro pro Unterrichtseinheit angehoben. Damit komme die VHS ihrer sozialen Verpflichtung gegenüber den Dozenten nach.

Stattliche 3,15 Mio. Euro habe der Bereich Schulen und Liegenschaften seit 2012 eingespart, so der scheidende hauptamtliche Erste Kreisbeigeordnete weiter. Eine Reihe Schulen sei saniert worden. Der Schulentwicklungsplan sei im Vorjahr verabschiedet worden. Das von Zielinski angebotene Bildungsforum habe Schulen stärker in die kreisweiten Planungen eingebunden.

Eine besondere Herausforderung sei die Zukunft der Schulen für Lernhilfe, die inklusive Bündnisse mit den Schulen ihres Einzugsbereich eingehen würden. Vier Grundschulen sind in das Programm des Landes »Pakt für den Nachmittag« aufgenommen worden, darunter die Grundschule Homberg.

Er habe viel erlebt und gelernt, so Zielinski in seiner Bilanz. Dabei sieht er sich selbst als »Verwaltungsmanager«, der inhaltlich etwas bewegt. Er sei nicht der Typ Mensch, der gerne repräsentiert und gegebenenfalls etwas verspricht, was er nicht halten kann, so sein Fazit.



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