11. März 2016, 15:43 Uhr

20-jährige Dachdeckerin als Lehrling des Monats

Lauterbach (jol). Sie wiegt gerade mal so viel wie zwei Schweißbahnen, aber Sabrina Hansel ist begeisterte Dachdeckerin.Nun wurde die 20-Jährige als Lehrling des Monats ausgezeichnet.
11. März 2016, 15:43 Uhr
Ausgezeichnet: Sabrina Hansel (Mitte), mit, von links, Stefan Füll, Holger Domaschka, Lukas Domaschka und Gabriele Domaschka mit Enkel Marlon. (jol) (Foto: Joachim Legatis)

Sabrina Hansel ist im 2. Ausbildungsjahr bei Firma Domaschka in Lauterbach. Mit dieser Aktion macht die Kammer Werbung für die Vielfalt im Handwerk, besonders gute Azubis werden mit Urkunde und Uhr ausgezeichnet. Sabrina Hansel ist überzeugt von der Berufswahl: Die Arbeit ist »vielfältig, man ist viel draußen und abends sehe ich, was ich geschafft habe«, beschreibt die junge Frau die Vorzüge des Jobs auf Dach und an der Fassade. Sie hatte erst ein Praktikum in dem Bedachungs-Unternehmen an der Umgehungsstraße gemacht, »da habe ich mich so wohl gefühlt, ich wollte nirgendwo anders hin«.

Und die Chefs sind mehr als zufrieden mit ihrer Auszubildenden, sonst hätten sie Hansel nicht für den Wettbewerb der Handwerkskammer empfohlen. Sie sei »fleißig, zuverlässig, freundlich, pünktlich und ehrgeizig«. Eine Rolle bei der Berufswahl spielt auch, dass ihr Vater einen Dachdeckerbetrieb hat, Sabrina Hansel will später Meisterin werden und den väterlichen Betrieb weiterführen.

Am liebsten schiefert sie, »ich mag das Material«, meint sie im Gespräch. Schiefer wird vorwiegend für Fassaden-Verkleidung verwendet, das erfordert »eine filigrane Arbeit«, sagt Junior-Chef Lukas Domaschka. Sein Vater Holger ergänzt, dass sich heutzutage ein Großteil der Tätigkeit von Dachdeckern um »Bastelarbeiten« dreht. Da wird eine Gaube fachgerecht eingepasst, eine schiefer-gedeckte Villa braucht passende Anschlussbleche und Kamineinfassungen. Da wird auch mal ein hochkomplizierter Zaun mit Kupferblechen abgedeckt, dabei muss ein bestimmtes Muster beachtet werden. »Es ist ein unglaublich interessanter Beruf«, so Holger Domaschka unter dem Nicken seiner Auszubildenden. Seine Frau Gabriele schätzt zudem, das die Männer auf der Baustelle besser arbeiten, wenn eine junge Frau mit anpackt.

Über eine Auszubildende des Monats mit Bestnoten in der Berufsschule und einen sehr guten Ausbildungsbetrieb freute sich bei der Ehrung am Freitag in Lauterbach Stefan Füll, Vizepräsident der Kammer. Er erinnerte daran, dass in dem Familienunternehmen bereits 2005 ein Lehrling des Monats ausgezeichnet wurde. Es sei selten, das einer der 25000 Betriebe im Kammerbezirk zweimal ausgezeichnet wird - das spreche für die Qualität der Ausbildung.

Holger und Lukas Domaschka würden im neuen Ausbildungsjahr noch einen jungen Mann oder eine junge Frau einstellen. Praktika werden gerne vergeben. Das Handwerk biete Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen und gutem Lohn.

Es schadet dabei sicher nicht, wenn der Bewerber/ die Bewerberin sportlich ist, man denke an die bis zu 30 Kilogramm schweren Schweißbahnen. Sabrina Hansel war übrigens immer sportlich, auf dem Einrad hat sie das Gleichgewicht trainiert, dazu kamen Inliner-Fahren, Tennis und Reiten.

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