31. Oktober 2014, 14:08 Uhr

Kurrende überzeugte mit gesungener Bitte um Frieden

Alsfeld/Antrifttal (pm). Erfreulich gut besucht war das Konzert der Alsfelder Kurrende in der Marienkirche in Vockenrod am Sonntag. Zu erleben waren Chorwerke von Barock bis Spätromantik und Orgelwerke.
31. Oktober 2014, 14:08 Uhr
Klare Artikulation und geistliche Klänge: Die Alsfelder Kurrende. (Foto: pm)

. Die Kurrende wurde in diesen Tagen 30 Jahre alt und ging aus dem Schulchor der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld hervor. Zu Beginn umfasste sie über 25 Sängerinnen und Sängern, heute ist sie ein Doppelquartett.

Das Konzert wollte dem Aufführungsort, der Marienkirche, insbesondere gerecht werden, so dass vor allem ein Bezug zu Magnificat, Psalmvertonungen und Abendgebeten gesucht wurde. So begann das Konzert mit dem »Dialogue« aus Magnifikat G-Dur von Jean-Francous Dandrieu (1684-1740), überzeugend an der Orgel von Jakob Dietz intoniert. Es folgte eine Vertonung des 100. Psalmes von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ein Choral von J.S. Bach von der Kurrende, die vor allem im Psalm vergessen ließ, dass es nur so wenige Sängerinnen und Sänger sind.

Nach der Orgel-Fuge h-Moll BWV 544 schloss sich ein vollständiges Magnificat aus der Feder von Heinrich Schütz (1585-1672) an. Da konnte der Chor die auskomponierte Textbedeutung sehr gut artikulieren, wie es in der Bilanz der Kurrende heißt. Überhaupt zeichne die Kurrende aus, dass die gesungenen Texte sehr gut zu verstanden seien.

Die Orgel folgte mit der Vertonung eines »Salve Regina« von Giacomo Puccini nach einem Arrangement von Simone Stella. Direkt daran schlossen sich drei Chorsätze von Felix Mendelssohn an: Wirf dein Anliegen auf den Herrn – Herr, sei gnädig – Verleih uns Frieden gnädiglich. Auch da habe die Kurrende nicht nur klanglich und chorisch überzeugen, sondern transportierte die Bedeutung und Stimmung der Stücke sehr klar zum Publikum.

Das letzte Orgelstück »Cantabile No. II For You« von Enrico Pasini (1935) war die einzige moderne Komposition an diesem Nachmittag: Eingängig und harmonieverliebt, dabei aber nicht kitschig. Es wurde vom Publikum mit besonderer Freude aufgenommen.

Das Konzert schloss mit dem deutschen Nunc Dimittis »Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren« von Felix Mendelssohn und dem »Nachtlied op. 138« von Max Reger (1873-1916).

Das begeisterte Publikum erklatschte sich eine Zugabe. Diese konnte »im Anbetracht der unruhigen Lage in vielen Teilen der Welt«, so Chorleiter Joachim Diemer, nur noch einmal das »Verleih uns Frieden gnädiglich« von Mendelssohn sein.



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