04. September 2012, 16:13 Uhr

Wasser und Abwasser im Katzenberg teurer

Antrifttal (jol). Da musste sich Franz-Josef Kreuter doch etwas umstellen: Erstmals begrüßte der Vorsitzende der Antrifttaler Gemeindevertretung mit Nina Hill eine Frau in den Reihen der Parlamentarier.
04. September 2012, 16:13 Uhr

»Das ist seit 40 Jahren das erste Mal«, so der erfahrene Kommunalpolitiker. Nina Hill rückte wegen des Ausscheidens von Matthias Jahn in die Gemeindevertretung nach. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Anhebung von Wassergeld und Abwassergebühren auf 2,05 und 5,85 Euro pro Kubikmeter.

Unter der routinierten Leitung von Kreuter, hin und wieder unterstützt von Winfried Konle, war die Sitzung des Gemeindeparlaments im Gemeinschaftshaus Ohmes nach 16 Minuten absolviert. Zunächst begrüßte Kreuter besonders Nina Hill, neben Schrifttführerin Anke Pfeffer am Montag die zweite Frau in der Runde. Hill rückte über die Bürgerliste Ohmes nach – zur Erinnerung: in Antrifttal wird nicht nach Parteien gewählt, vielmehr stellen die Dörfer eigene Listen ungeachtet einer eventuellen Parteizugehörigkeit auf. Da der zurückgetretene Matthias Jahn aus Ohmes stammt, rückte die nächste Bewerberin der örtlichen Liste nach. Nina Hill wurde auch einstimmig in Funktionen gewählt, die bislang Jahn eingenommen hat: Mitglied im Bauausschuss, im Abwasserverband Kirtorf sowie stellvertretend in der Versammlung des Zweckverband Stadt-Land-Schloss.

In seinen Mitteilungen verwies Bürgermeister Johannes Averdung auf die Sanierung der Ortsdurchfahrt Seibelsdorf »in den nächsten Tagen«. Das sei ein lang gehegter Wunsch. Dieser Tage beginnen auch die Gespräche mit dem Land Hessen über die Ausgestaltung des Rettungsschirms, aus dem Antrifttal Geld haben möchte.

Fast einstimmig wurden die Anhebungen bei Wasser- und Abwassergebühren beschlossen, nur Steffen Rühl stimmte gegen die Vorlagen. Die Abstimmungen waren im Haupt- und Finanzausschuss beraten worden, woran Udo Dippel erinnerte. Frischwasser soll demnach 2,05 Euro pro Kubikmeter kosten, beim Abwasser werden künftig 5,85 Euro/cbm verlangt. Rühl war nicht prinzipiell gegen eine Anhebung, stimmte aber dagegen, weil er eine detaillierte Aufstellung der Ausgaben in diesem Bereich vermisste. Wasser- und Abwassergebühren müssten die Kosten in diesem Bereich decken. »Soziale Wohltaten gehören angesichts unserer Haushaltslage der Vergangenheit an«, meinte er. Er wandte sich aber dagegen, nur aufgrund der gesetzlichen Auflagen eine solche Erhöhung umzusetzen. Wenn die Anhebung gesetzlich vorgeschrieben ist, um kostendeckend zu arbeiten, »stellt sich für mich die Frage, ob meine Zustimmung überhaupt noch nötig ist«. Bürgermeister Averdung erinnerte an die Beratung zum Haushaltsplan, in deren Verlauf auch über diese Gebühren gesprochen wurde. »Wir haben ein Einnahmeproblem wegen sinkender Wasser- und Abwassergebühren.« Die Gemeinde sei gehalten, sich an die Gesetze zu halten und sie vor Ort umzusetzen. Ansonsten herrsche »Wildwest und das wollen wir nicht«.

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