22. November 2013, 14:38 Uhr

Konzept für Vogelsberger Produktionsschule steht

Alsfeld (pm). Seit Monaten bereiten Max-Eyth- und Vogelsbergschule gemeinsam die Gründung vor, nun wurde das Konzept der neuen Produktionsschule an die Schulleitungen übergeben.
22. November 2013, 14:38 Uhr
Nun liegt das Konzept für die neue Produktionsschule vor, Susanne Schäfer (rechts) übergab es für den Arbeitskreis an Claudia Galetzka und Holger Arnold. (pm)

»Produktionsschule« – dieses Schlagwort für ein pädagogisches Konzept beschäftigt seit vielen Jahren auch die beiden Beruflichen Schulen des Vogelsberges, die Max-Eyth-Schule Alsfeld und die Vogelsbergschule Lauterbach. Eine Produktionsschule bietet Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen Chancen für eine gelingende berufliche und soziale Integration, teilte nun die Max-Eyth-Schule mit. Dieser Tage sei ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden: Das Konzept »Produktionsschule im Vogelsbergkreis« sei von der Arbeitsgruppe Produktionsschule an Claudia Galetzka, Leiterin der MES, sowie Holger Arnold, Leiter der Vogelsbergschule, übergeben worden. Die AG bestehe aus Lehrkräften beider Schulen, Ute Helmkamp-Strecker, Kerstin Pfeiffer, Susanne Schäfer, Thomas Schmidt und Sabine Suppus-Klein.

Eine zuvor im Auftrag des Hessencampus Vogelsberg von der Leibniz Universität Hannover erarbeitete Machbarkeitsstudie »Entwicklung einer Produktionsschule für das regionale Übergangssystem im Vogelsbergkreis« habe gezeigt, dass eine Produktionsschule im Vogelsberg sinnvoll sei. Minderqualifizierte Jugendliche erhielten dadurch einen Zugang zur Arbeitswelt und zur Gesellschaft. Eine solche Einrichtung könne außerdem helfen, Folgekosten im Rahmen von Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. Die positiv ausfallende Machbarkeitsstudie habe beide Schulen dazu veranlasst, eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines pädagogischen Konzepts für den Vogelsbergkreis zu beauftragen.

Im Schuljahr 2012/2013 erstellte die AG ein pädagogisches Konzept, das berufsorientiertes Lernen in realen Produktions- und Dienstleistungsprozessen vorsieht. Wichtige Punkte hierbei seien, den jungen Menschen im Mittelpunkt zu sehen, und Produktionsschule nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu anderen Maßnahmen im Übergangssystem von der Schule zur Arbeitswelt zu denken. Das Konzept umfasse nun die Produktionslinien »Personenbezogene soziale Dienstleistungen«, »historische Baumaterialien«, »Selbstversorgung mit Frühstück/ Mittagessen«, »Verwaltung/ Online-Shop« und »Tourismus«. Die AG habe pädagogische Leitlinien, die Aufbaubauorganisation der Produktionsschule, einen Finanz- und Kostenplan sowie einen Ausblick, welche Schritte als nächstes zu gehen sind, erstellt.

Bei der Übergabe des Konzeptes, an der auch Vertreter und Vertreterinnen der Schulleitungen, der Fachpraxiskoordination, des Personalrats sowie Kolleginnen und Kollegen beider Schule anwesend waren, wurde dargelegt, wie die Gruppe gearbeitet hat. Hierzu zählten mehrere Arbeitsgruppentreffen, Teilnahme an Landesfachgruppentreffen der bestehenden Produktionsschulen, die Teilnahme an den Bundesfachtagungen sowie die Durchführung einer Mehrtagesfahrt nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort habe man die Produktionsschulen Müritz in Waren und Westmecklenburg in Greven besucht. Alle Informationen und Ideen sowie die Atmosphäre habe die AG ausgewertet und für das Konzept zu berücksichtigt.

Durchweg positive Reaktionen auf das Konzept gab es ebenfalls bei einem Treffen mit der Kreispolitik, als Galetzka und Arnold die Grundzüge präsentierten. Mit dem Konzept könnten nun die nächsten Schritte in Angriff genommen werden. Ein geeignetes Gebäude soll gefunden werden. Lehrkräfte aus beiden beruflichen Schulen würden in Kooperation mit der »Neuen Arbeit Vogelsberg« ein »Startup-Modell« sowie ein Curriculum für die Produktionsschule erarbeiten. Die Gründung und Konstituierung eines Beirats sowie die Einbindung von weiteren Kooperationspartnern stehen auf der weiteren Agenda.

Beide Schulen hoffen demnächst auf eine positive Zustimmung des Kreistages für eine Produktionsschule im Vogelsberg, die einen Start im Schuljahr 2013/ 2014 ermöglicht.

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