21. März 2013, 12:28 Uhr

Schneller surfen rund um Alsfeld

Alsfeld (jol). Die letzten Breitband-Lücken sind fast geschlossen, in Kürze sind alle Alsfelder Dörfer ans schnelle Datennetz angeschlossen. Wie Bürgermeister Ralf A. Becker bei einem Pressegespräch zufrieden erläuterte, stehen noch letzte Arbeiten in Heidelbach aus, dann steht die Breitband-Grundversorgung.
21. März 2013, 12:28 Uhr
Freude über Breitbandanbindung, von links: Oliver Reitz, Monika Kauer, Ralf Becker - das weiße Kästchen ist eine Nanostation, der Empfänger im Haushalt. (jol)

Die Firma OR Network hat in den letzten Monaten neun Ortsteile mit Richtfunkstationen versorgt, nun können die Einwohner mit bis zu 16 Mbit pro Sekunde surfen, schneller als in manchen Kernstadt-Vierteln.

Becker erinnerte daran, dass der Breitbandanschluss aller Vogelsberger Dörfer eine ganz wichtige Sache sei. Heutzutage gehöre ein Anschluss an Internetdienste zur Daseinsvorsorge, so wie früher das Telefon. Das sei auch für das berufliche Fortkommen wichtig, so arbeiten zunehmend mehr Menschen vom Heim-Büro aus. Deshalb habe das Land in seinem Sonderprogramm 60 Prozent der Kosten für das Schließen der »weißen Flecken« übernommen. Für Alsfeld waren 137000 Euro nötig, um die neun unterversorgten Orte ans Datennetz anschließen. Davon hat die Stadt 55000 Euro übernommen. Bei der Größe des Auftrags wurde eine formelle Ausschreibung nach EU-Recht nötig, aus der OR Network als Sieger hervorging.

»Wichtig war uns, dass alle Orte angeschlossen werden und keine Rosinenpickerei erfolgt«, so Becker. Manche Orte seien technisch einfacher zu versorgen, andere schwieriger. So ist der Anschluss Fischbachs technisch aufwendig und dort gibt es nur wenige Nutzer, was die Investition unrentabel macht. Die Förderung von Land und Stadt schloss die Rentabilitätslücken.

Mit der von der Firma installierten Richtfunktechnik ist man für die nächsten Jahre gerüstet. Der Kreis ist laut Becker aber bereits dabei, eine höherwertige Lösung zu erreichen, eventuell in Kooperation mit der OVAG.

Oliver Reitz, Chef von OR Network, erläuterte, dass in den neun Orten nun 2 Mbit/sec als Basisversorgung gesichert sind. Das System mit 30 Sendern und Umsetzern erlaubt Geschwindigkeiten bis 25 Mbit/sec, Kunden können Pakete mit bis 16 Mbit/sec buchen. Zum Vergleich: Wer einen Film auf Youtube anschauen möchte, benötigt 4 bis 5 Mbit/sec. Die Sender und Umsetzer sind oft auf städtische Bauwerke wie Wasserbehälter gesetzt worden. Eigentlich wollte man schon früher fertig sein, aber der strenge Winter hat Arbeiten verzögert und die Menge an Arbeit für mehrere Kommunen im Vogelsberg habe Verzögerungen bewirkt. Es habe viel Planung gebraucht, um die Sender und Umsetzer aufstellen zu können, so Reitz. Nun könnten alle Einwohner von Berfa, Billertshausen, Eifa, Elbenrod, Fischbach, Lingelbach, Münch-Leusel und Schwabenrod mit hoher Geschwindigkeit ins Datennetz. Besonderer Vorteil: Das Hochladen von Daten (upload) geschieht mit höherer Geschwindigkeit als bei anderen Telefon-Anbietern. In Heidelbach muss noch ein Mast gestellt werden, dann ist man auch dort fertig.

Eine solche kleinteilige Anlage mit jeweils nur einigen dutzend oder 100 Nutzern ist für große Firmen uninteressant, wie Reitz sagte. Die großen Firmen setzten lieber einen 100-Meter-Mast und versorgen damit tausende Kunden.

Monika Kauer, Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung, freute sich über den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten. Vor zwei Jahren habe man eine Haushaltsbefragung gemacht, um Lücken in der Versorgung zu ermitteln. Der Vertrag mit OR Network wurde im September 2011 unterzeichnet.

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