17. April 2012, 17:48 Uhr

Handwerk zu Marke für die Facebook-Generation machen

Alsfeld (ml). Die Bäcker-Innung macht gegen Mangel an Lehrlingen mobil und will die Attraktivität des eigenen Berufs an den Jugendlichen bringen. In der Innungsversammlung wurde zudem die Bäckerei Günther geehrt.
17. April 2012, 17:48 Uhr
Die Ehrenurkunde zum 50-jährigen Bestehen der Bäckerei erhielten Hans und Birgit Günther aus Händen von Bernhard Mundschenk (Handwerkskammer). (ml)

Alsfeld (ml). »Wir müssen auch für die Facebook-Generation attraktiv sein«, meinte Bernhard Mundschenk, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden am Montag im Alsfelder Marktcafé. Bei der Versammlung der Bäcker-Innung Vogelsberg referierte er nicht nur über die aktuelle Handwerkspolitik sondern konnte auch zu einem ganz besonderen Jubiläum gratulieren.

Gemeinsam mit Obermeister Michael Karl konnte Mundschenk Hans Günther und seine Tochter Birgit Günther zum 50-Jährigen Bestehen ihrer Bäckerei gratulieren. Betriebe, die ein solches Jubiläum feiern können, werde es immer weniger geben. Eine gelungene Mischung aus Tradition und Innovation sei der Garant für diesen Erfolg. Wer nicht mit der Zeit gehe, geht ganz schnell, so Mundschenk. Man dürfe aber auch nicht mit dem Zeitgeist verheiratet sein. Am 1. März 1962 habe man das damalige Brunnen-Café übernommen, 1979 dann das Marktcafé eröffnet und 1993 sei die Filiale in der Obergasse dazugekommen. Ein Lob gab es auch für die gute Ausbildung, so kann die Bäckerei Günther unter anderem bereits einen Kammersieger und einen Landessieger vorweisen. Kreishandwerksmeister Edwin Giese gratulierte ebenfalls zum Jubiläum. Die Bäckerei sei mittlerweile ein fester Bestandteil der Stadt und man sei stolz einen solchen Betrieb in der Kreishandwerkerschaft zu haben. Überwältigt zeigte sich Seniorchef Hans Günther von der Ehrung. Sei Dank galt besonders dem Vertrauen und Verständnis der Kundschaft über die Jahrzehnte. Und auch die Mitarbeiter seien immer eine große Unterstützung gewesen.

In der Innungsversammlung begann dann Obermeister Karl mit dem Jahresbericht. Derzeit werden zehn Bäckerei-Lehrlinge und 25 Verkäufer in den Mitgliedsbetrieben ausgebildet. Es müsse schnell gelingen, die Zahl der Auszubildenden zu erhöhen. Das Land hatte bereits vorgesehen, die beiden Fachklassen an der Max-Eyth-Schule zu schließen und die Ausbildung nach Gießen zu verlegen. Die Innung habe dagegen interveniert und sich für den Erhalt der Fachklassen eingesetzt. Dies sei bis 2014 zumindest erstmal gelungen. Doch sollte bis dahin die Zahl der Auszubildenden nicht ansteigen, werden die Klassen nach Gießen verlagert. Daher sei es wichtig, »noch mehr Werbung für unser Handwerk zu machen«, so Karl. Nachdem Geschäftsführer Erwin Mönnig eine positive Jahresbilanz vorlegen konnte und der Vorstand einstimmig entlastet wurde folgte ein Referat von Mundschenk, in dem er auf die aktuelle Handwerkspolitik einging. Man werde als Handwerk nur wahrgenommen, wenn man nach außen mit einer Stimme spreche. Die vor zwei Jahren gestartete Imagekampagne »Handwerk - die Wirtschaftsmacht von nebenan« habe deutlich zur Verbesserung beigetragen.

Allein im Bereich der Handwerkskammer Wiesbaden mit rund 25000 Betrieben werden jährlich etwa 10 Milliarden Euro umgesetzt. Das erreiche so gut wie kein anderer Wirtschaftsbereich. Zudem bestehe das Handwerk vorwiegend aus klein- und mittelständischen Betrieben, so Mundschenk. Man müsse die »Marke Handwerk« deutlich nach vorne rücken, damit die Politik sie wahrnehme. Dabei gelte es vor allem die junge Generation dort abzuholen, wo sie ist. Dazu gehöre es auch gezielt die neuen Medien zu nutzen. Gut ausgebildete Fachkräfte seien das Potential auf das das Handwerk angewiesen sei. Es herrsche ein Lehrlings-Mangel, kein Lehrstellen-Mangel. Sicherung der Fachkräfte sei das handwerkpolitische Thema der Zukunft. Ebenso ging Mundschenk auf die Energiewende ein, die das Handwerk als große Chance nutzen müsse. Zum Schluss der Versammlung erläuterte Stefan Körber vom Bäckerinnungsverband einiges zur aktuellen Verbandsarbeit.

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