27. Mai 2011, 18:15 Uhr

Musik-Feuerwerk zum Fest-Auftakt

Alsfeld (sf). Das Marine Musikkorps Nordsee brillierte zum Auftakt des Internationalen Musikfestes mit Filmmusik aus »Fluch der Karibik«, Swing-Klassiker und Seemannsliedern. Der Auftritt in der Hessenhalle Alsfeld schlug 500 Besucher in den Bann, das Musikfest geht bis Sonntag mit einer Reihe an Wettbewerben und Konzerten.
27. Mai 2011, 18:15 Uhr
Ein tolles Konzert des Marine Musikkorps Nordsee begeisterte rund 500 Besucher zum Auftakt für das Internationale Musikfest. (Foto: sf)

Alsfeld (sf). Mit einem musikalischen Feuerwerk wurden am Donnerstagabend der 12. Internationale Musikwettbewerb in Deutschland eröffnet. Die musikalischen Tage dauern bis zum Sonntag. Das Marine Musikkorps Nordsee, stationiert in Wilhelmhaven, machte Station in der Alsfelder Hesenhalle und bot ein gewaltiges Musikfeuerwerk an Märschen, Walzern, Jazz und maritimen Liedern. Mit dem Läuten der Schiffsglocke waren die 500 Besucher an Bord und die musikalische Reise über Kontinente und Weltmeere begann.

Mit einem großen Applaus wurde nach der Begrüßung durch Organisator Karl-Heinz Dechert das Marinemusikkorps Nordsee aus Wilhelmhaven in Alsfeld willkommen geheißen. Es steht unter der Leitung von Fregattenkapitän Lutz Bammler. Die Instrumente waren auf Hochglanz poliert, ihre Spieler waren hochmotiviert und so zogen sie das Publikum vom ersten Takt an in ihren Bann. Rund 50 Personen stark war die Kapelle in Alsfeld, das jüngste Mitglied zählte gerade 20 Jahre und das älteste 53. Mit Pauken und Trompeten nahmen sie die Gäste der Hessenhalle mit an Bord und so schipperte man gedanklich über die Weltmeere. Als Eröffnungsmarsch spielten sie den »Seeadler« und es folgte die Ouvertüre »Böhmischer Karneval« und weiter ging der Reigen mit einem Russischen Marsch des Minsker 54. Infanterie-Regiments, bekannt als der Kaiserlich-russische Marinemarsch.

Dann erwartete die Gästeschar eine Jazz-Suite in drei Teilen: Beginnend mit einem Marsch, ansteigend mit einem Walzer und endend mit einer Tanzmelodie. Zackige Märsche, melodische Walzerklänge, verträumte Sequenzen und wieder schmissig und feurig, so ausdrucksstark war das musikalische Eröffnungskonzert in Alsfeld. Spannend wurde es mit Martin Hackert und »The Jolly Roger«-Marsch, so nennt man den Totenkopf auf der Piratenflagge. Die Filmmusik aus »Fluch der Karibik« läutete die Pause ein. Bombastische und mitreißende Melodien, aber auch lyrisch und gefühlvoll wurde das Stück gespielt. Bei geschlossenen Augen konnte man sich besonders gut in die Spannung der Filmmusik hineinversetzen. Es war eine brillante Leistung der Musiker. Das Publikum spürte dies und es gab richtige Beifallstürme. Diesem anspruchsvollen Spiel zuzuhören, war ein echter Kunstgenuss.

Spanien, Stierkampf und die damit verbundenen Tumulte wurden aufgefangen in »El Golpe Fatal«. Dirk Brosseé beschrieb ausdrucksstark und musikalisch einen Stierkampf. Von der Eröffnung über den verhängnisvollen Schlag, mit einer musikalischen Zäsur bis hin zur siegreichen Endrunde ging es da. Integriert war auch eine Trauermusik zum Gedenken an die Kreatur. Über den großen Teich wurde nach Kanada geschifft und die Reisegruppe wurde mit dem AMCS St. Jones empfangen. Aber auch Swingmusik von Benny Goodman fehlte auf der Reiseroute nicht. Oberbootsmann Oliver Kull brillierte mit einem herausragenden Klarinettensoli. Auch weitere Solisten aus eigenen Reihen bereicherten das Konzert.

Mit »Leinen los« und »Auf großer Fahrt« steuerte man wieder in Richtung Heimathafen. Fregattenkapitän Lutz Bammler sammelte alle Stimmen aus der Hessenhalle, schickte ihnen zur gesanglichen Unterstützung Stabsbootsman Michael Heinlein und Hauptbootmann Volker Riesing in Publikum und dann wurde als großer Chor gesungen. Lautstark waren die Lieder wie »Eine Seefahrt die ist lustig«, »Es trinken die Matrosen«, »Das ist die Liebe der Matrosen«, »Sehnsucht in die blaue Ferne« oder »Seemanns Braut ist die See« gesungen. Stehende Ovationen waren der Dank der Gäste. Dechert sprach dem Marinekorps Nordsee viel Lob aus und überreichte für die Heimreise einen Wurstkorb. Mit dem Marsch »Kameraden auf See« sollte Abschied genommen werden, doch das Publikum bettelte noch weiter und so wurde sich ganz stilvoll voneinander verabschiedet. Zu hören gab es den »Kleinen Zapfenstrich«, der auf einem Kinderlied von Johannes Brahms basiert. Die erste Strophe wurde gesungen, die zweite gepfiffen und die dritte wird gesummt. Wehmütig verließ das Publikum das Konzert.

In seiner Begrüßung hatte Organisator Karl-Heinz Dechert besonders Bürgermeister Ralf Becker, Delegationen der Mongolischen Botschaft, Botschaftsrat Bolor und Militärattaché Oberstleutnant Erdenebileg erwähnt. Sponsoren sind die Heinz- und Gisela Friedrichs Stiftung und die Alsfelder Brauerei, er dankte Wigbert Hill und Birgit Decher von der Hessenhalle, dem Hessischen Rundfunk und Intendant Dr. Helmut Reitze. Dechert erinnerte daran, dass der Erlös des Abends für die musikalische Ausbildung der Jugend verwendet wird.

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