03. Mai 2011, 12:25 Uhr

Großes Bekleidungsgeschäft vom Tisch

Alsfeld (jol). Keine schnelle Lösung für die Wiese auf dem Casinoplatz in Sicht: In der jüngsten Sitzung des Alsfelder Magistrats lehnte das Gremium die neueste Planung des Projektentwicklers für das Gelände des ehemaligen Kaufhauses Zinner ab.
03. Mai 2011, 12:25 Uhr
Pläne für großes Einkaufszentrum geplatzt: Das Zinner-Areal. (Foto: jol)

Wie Bürgermeister Ralf A. Becker auf Anfrage weiter sagte, hatte der Planer eine Bauvoranfrage eingereicht, die nichts mehr den ursprünglichen Planungen zu tun hatte. Deshalb erfolgte die Zurückweisung einhellig. Zur Erinnerung: Das Areal an der Alicestraße gehört der Kerber Grundstücksgesellschaft, die das ehemalige Kaufhaus abgerissen hat, um Platz für einen Neubau mit Geschäften zu schaffen. Der Mannheimer Planer, der sich zuletzt um die Entwicklung des Gelände bemüht hat, wollte zunächst eine »große Lösung« umsetzen. Auch auf dem Gelände der Videothek oberhalb der Georg-Martin-Kober-Straße sollte gebaut werden. Dabei waren ein großes Bekleidungsgeschäft (zum Beispiel H + M) in Kombination mit einem Lebensmittelmarkt (z. B. Kaufland) als attraktiver Kern des Einkaufszentrums vorgesehen. Das leuchtete auch der Alsfelder Kommunalpolitik ein, die sich von einem solchen Textil-Großgeschäft eine Belebung des Handels in Alsfeld versprachen. Deshalb gab es problemlos eine Aufstellungsbeschluss als eine Grundlage für einen Bebauungsplan.

Hauptproblem: Im Lebensmittelbereich ist Alsfeld »überversorgt«, das Regierungspräsidium erlaubte nur den Umzug eines Lebensmittelmarktes, nicht aber eine Neuansiedlung. Offenbar war aber kein Unternehmen zum Umzug zu überzeugen.

Jedenfalls legte der Projektentwickler nun eine ganz andere Planung vor: Ein kleiner Lebensmittelmarkt, der nicht genehmigt werden muss, ein Bekleidungsgeschäft in Boutique-Größe und eine Drogerie. Das war für den Magistrat nicht akzeptabel, weil Boutiquen und Drogerien schon in der Altstadt existieren. Ein kleines Lebensmittelgeschäft zieht ebenfalls keine zusätzlichen Kunden von außerhalb nach Alsfeld, wie es bei der großen Lösung geschehen wäre.

Bürgermeister Becker hofft nun, das die Kerber GmbH eine andere Planung verfolgt, die besser zu der Grundstücksfläche passt. Kleinere Geschäfte und Büros könnten Alsfeld beleben. Der Aufstellungsbeschluss soll im Mai rückgängig gemacht werden.

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