Alsfeld

Scharfe Abfall-Vorgaben belasten Bürger

Alsfeld (ml). Sie ist gut durch die Wirtschaftskrise, die Firma Bohn Umweltdienste, aber Firmensprecher Ralf Bohn hatte für den Gast aus Berlin auch eine kritische Anmerkung: Die Auflagen in der Abfallpolitik belasten Unternehmen in der Branche und damit auch die Bürger.
14. März 2011, 18:30 Uhr
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Ralf Bohn (links) erläuterte CDU-Bundespolitiker Dr. Michael Meister, (2. von links), weshalb die Bundesregierung in der Abfallpolitik hohe Kosten für Bürger bewirkt. (Foto: ml)

Alsfeld (ml). »Besuch aus Berlin« hatte am Donnerstag die Firma Bohn Umweltdienste in Alsfeld. Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der CDU/CSU und Vorsitzende der hessischen Landesgruppe Dr. Michael Meister informierte sich bei hessischen Firmen über die Situation nach der Wirtschaftskrise. Neben Oberaula und Südhessen besuchte der Parlamentarier auch Alsfeld. Gemeinsam mit CDU-Mitgliedern aus Alsfeld und dem Vogelsberg besuchte er das Ver- und Entsorgungsunternehmen im Industriegebiet.

Neben dem Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel, dem Kreistagsvorsitzenden Ulrich Künz und dem Fraktionsvorsitzenden im Alsfelder Stadtparlament Burkhard Weck nahmen weitere Unions-Politiker aus der Region teil. Eingangs erläuterte Geschäftsführer Ralf Bohn einiges über das Unternehmen, das seit einigen Jahren gemeinsam mit der Firma Terra Nova unter dem Namen B+T-Group als Joint Venture läuft. Das Unternehmen, das mittlerweile mehrere Töchterfirmen unterhält, beschäftigt sich mit der Aufbereitung und Verwertung von Müll. Das Unternehmen stehe für ein »ganzheitliches Entsorgungskonzept« und verarbeitet und entsorgt jährlich rund zwei Millionen Tonnen Reststoffe und Abfälle.

Standorte und Kunden habe man in ganz Deutschland sowie im benachbarten Ausland. Vier Aufbereitungsanlagen unter anderem in Buseck und ein Kraftwerk sind Teil der Unternehmensgruppe. Dazu informierte Bohn auch über die Arbeitsabläufe und technische Details der Firma, die 154 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gelegenheit des Besuchs eines Bundestagsabgeordneten nutzte er, um auf von ihm so gesehene Missstände aufmerksam zu machen.

Deutschland neige dazu, EU-Vorschriften im Bereich Müllentsorgung immer wieder zu verschärfen. Dies geschehe auf Kosten der Bürger, wie Ralf Bohn weiter kritisierte. Auch ein von Umweltminister Röttgen geplantes Gesetz, das eine weitere Abfalltonne vorsehe, sei unnötig. Man müsse darauf achten, was technisch erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll sei. Meister versprach, diese Angelegenheit im Auge zu behalten. Auch er sprach sich dafür aus im gemeinsamen Wettbewerb der EU-Staaten keine unterschiedlichen Voraussetzungen durch verschärfte Vorgaben zu schaffen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/alsfeld/art573,57392

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