05. Oktober 2010, 21:58 Uhr

Leuchtturm-Projekt für digitalen Schulunterricht

Alsfeld (jol). Auszubildende und Weiterbildungswillige werden künftig noch stärker das Internet nutzen, um zu lernen und sich auszutauschen - und die beruflichen Schulen in Alsfeld und Lauterbach bereiten den Weg zum effektiveren Fernunterricht.
05. Oktober 2010, 21:58 Uhr
Prof. Baumgartner warb beim Regionalforum in der Max-Eyth-Schule für die verstärkte Nutzung von digitalen Netzwerken für den Schulunterricht. (Foto: jol)

Alsfeld (jol). Auszubildende und Weiterbildungswillige werden künftig noch stärker das Internet nutzen, um zu lernen und sich auszutauschen - und die beruflichen Schulen in Alsfeld und Lauterbach bereiten den Weg zum effektiveren Fernunterricht. Am Dienstag kamen Vertreter von Unternehmen und Schulen in Alsfeld zusammen, um erste Erfahrungen mit dem Projekt »Virtuelles Lernen an beruflichen Schulen« auszutauschen. Dabei plädierte der österreichische Prof. Dr. Peter Baumgartner dafür, die sozialen Netzwerke als Chance für ein zeitgemäßes Lernen zu sehen. Dabei verwies er besonders auf digitale Netzwerke wie Xing oder das Online-Lexikon Wikipedia.

Zum Auftakt des Regionalforums sagte die Leiterin der Max-Eyth-Schule, Claudia Galetzka, dass es um einen Austausch über neue Lernkonzepte geht. Dabei wird im Rahmen des Modellprojekts an den beiden Vogelsberger Schulen geprüft, wie man sinnvoll Anwesenheitsphasen mit Lernen von zu Hause aus verbinden kann. »Wir wollen anderen Schulen Appetit machen, sich auf den Weg zu machen«. Heinz Horst, Leiter der Vogelsbergschule Lauterbach, erinnerte daran, dass die beiden hiesigen Lehranstalten zu den zehn Schulen des Landes gehören, die über das Projekt gefördert werden. Start war im Februar 2009, in der Region Osthessen habe man damit ein Leuchtturmprojekt eingerichtet. Es sei eine Chance, qualitativ hochwertige Lehrinhalte selbst zu entwickeln.

Der Vertreter des Kultusministerium, Klaus Müller, sagte, die Ministeriumsspitze habe großes Interesse an dem Projekt. So sei der Wissenszuwachs der vergangenen Jahre sehr groß, »da müssen wir reagieren«. Das virtuelle Lernen über Internetverbindungen und spezielle Seiten soll den traditionellen Unterricht nicht ersetzen, aber ihn ergänzen. So nutzten bereits heute viele Universitäten und Unternehmen Formen des elektronischen Lernens. Bei Fachklassen mit Auszubildenden aus einem weiten Umkreis sei der digitale Austausch von Inhalten sinnvoll. Zudem habe ein Geselle nach Abschluss der Ausbildung »nicht ausgelernt«, das lebenslange Lernen werde so leichter. Beim elektronischen Fernunterricht werde auch selbstorganisiertes Lernen gefördert. Mit Blick auf die dann nötige neue Rolle als Tutor und Coach müsse sich der Lehrer anpassen, vermutete Müller.

Dr. Cornelia Seitz (Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft) verwies darauf, dass das Modellprojekt von der FH Gießen-Friedberg wissenschaftlich begleitet wird - auch um die Ergebnisse auf andere Schulen übertragen zu können. Eine Besonderheit: Das Lehrkonzept wird an der Schule entwickelt, was zu passgenau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Inhalten führt. Nach dem Vortrag von Prof. Baumgartner stellten Lehrer ihre Unterrichtskonzepte vor, Stefan Krätschmer sprach über die Moodle-Plattform, Jörg Schilderoth über Lernarrangements bei der Mechatroniker-Ausbildung und Thomas Keil referierte über das Fernwarten von technischen Systemen. Werner Wöll ging virtuelle Fehlerdiagnosen bei Kfz durch.



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