17. Januar 2010, 22:32 Uhr

Weltklasse-Trompeter Ludwig Güttler in Alsfelder Dreifaltigkeitskirche

Alsfeld (jol). Stehende Ovationen für ein Meisterkonzert - am Samstag gestalteten Barocktrompeter Ludwig Güttler und sein kongenialer Orgel-Partner Friedrich Kircheis ein wunderbares Konzert in einer fast vollständig ausgebuchten Dreifaltigkeitskirche.
17. Januar 2010, 22:32 Uhr
Trompeten-Virtuose Ludwig Güttler (rechts, vorne) und Orgel-Partner Ludwig Kircheis sorgten für stehenden Applaus beim Konzert in Alsfeld. (Foto: jol)

Alsfeld (jol). Stehende Ovationen für ein Meisterkonzert - am Samstag gestalteten Barocktrompeter Ludwig Güttler und sein kongenialer Orgel-Partner Friedrich Kircheis ein wunderbares Konzert in einer fast vollständig ausgebuchten Dreifaltigkeitskirche. Sie entführten zu einer Entdeckungsreise durch die Klangwelten des 17. und 18. Jahrhunderts von meditativ bis pathetisch auf berückend hohem Niveau. Da kam nichts verstaubt und lahm daher, die harmonische Musik der Epoche fand in dem alten Kirchenbau einen perfekten Rahmen.

Die auf Wohlklang ausgerichteten Klänge alter Musik bildeten in dem geschützten Raum des Kirchenschiffs einen spürbaren Kontrast zu dem oft schrillen Klangteppich der Moderne. Das wurde schon zum Auftakt spürbar, als Kircheis mit einem Präludium von Vincent Lübeck für eine gefühlvolle Einstimmung sorgte. Den Kontrast zum weichen Orgelstück setzte Güttler mit scharfem Trompetenklang in einer Sonate von J. B. Loeillet. Gleichermaßen virtuos zeigten sich die perfekt aufeinander eingespielten Musiker beim innigen Adagio, um das Vivace umso härter dagegen zu setzen. Dabei entlockte Güttler der Barocktrompete zeitweise einen erstaunlich weichen Klang.

Aber auch Kircheis brauchte sich nicht zu verstecken: der einstige Dresdener Kantor zeigte in dem Orgelkonzert F-Dur op. 5 Nr. 4 und besonders in zwei Bachpartien im zweiten Teil des Programms seine Klasse. Da flossen die Harmonien, da jauchzte die Orgel zur Ehre Gottes, wie es Bach einst beabsichtigt hatte. Kircheis holte alles aus dem Alsfelder Kircheninstrument. Zudem war er ein perfekter Partner für das Trompetenspiel des international bekannten Trompeters Güttler, der neben Duo-Auftritten mit einem Bach-Collegium, Blechbläserensemble und einem Kammerorchester eine beeindruckende Bandbreite an musikalischen Feldern abdeckt. Und ganz nebenbei hat er zahlreiche CDs eingespielt, wobei er immer wieder auch unbekanntere Barockkomponisten neu und erfrischend in Erinnerung gerufen hat.

Eine Besonderheit des Alsfelder Konzerts waren zwei Orgelvorspiele von Gottfried A. Homilius aus dem 18. Jahrhundert und später eine der Zugaben, die Güttler auf dem Corno da caccia gestaltete. Den warmen Klang dieses historischen Waldhorns brachte der Bläser hochvirtuos zur Geltung. Güttler hat das Corno für die Musikwelt neu entdeckt und eine ganze Reihe an Musikstücken mit dem raren Instrument eingespielt.

Mit einem hochvirtuosen Konzert D-Dur von Telemann brachten Güttler und Kircheis einen meisterhaften Schlusspunkt für ein Kirchen- konzert, das die Besucher sichtlich berührte. Mit stehendem Applaus würdigten sie die meisterhafte Leistung des Meisterkonzerts. Die Musiker bedankten sich mit vier Zugaben, darunter ein bekanntes Choralvorspiel von Altmeister J. S. Bach.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Georg Philipp Telemann
  • Ludwig Güttler
  • Musikverein Griedel
  • Vincent Lübeck
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos