24. November 2009, 19:54 Uhr

Besser Baguette- als Kartoffelsalat-Mutter

Alsfeld (ks). Preisfrage: Warum ist es besser, Baguette-Mutter als Kartoffelsalat-Mutter zu sein?
24. November 2009, 19:54 Uhr
Susanne Fröhlich über Frauen, Männer und andere Themen.

Alsfeld (ks). Preisfrage: Warum ist es besser, Baguette-Mutter als Kartoffelsalat-Mutter zu sein? Antwort: Wer einmal auf die Frage beim Elternabend, wer beim Schulfest etwas zu essen mitbringt, mit ‘Kartoffelsalat’ antwortet, hat diese undankbare Aufgabe die nächsten zehn Jahre am Bein. Fein raus sind diejenigen, die beiläufig durchblicken lassen, dass sie ein paar Baguettes mitbringen.

Weisheiten für alle Lebenslagen - dafür ist Susanne Fröhlich bekannt und dafür liebt sie ihr überwiegend weibliches Publikum. Entsprechend zahlreich füllten am Montag Abend rund 200 Frauen und einige wenige Männer die Stuhlreihen im Autohaus Roth in Alsfeld - dort war Fröhlich im Rahmen der Reihe »Der Vulkan lässt lesen« zu Gast. Nach der Begrüßung durch Autohaus-Seniorchef Helmut Roth und Andreas Matlé von Mit-Veranstalter OVAG gehörten die nächsten anderthalb Stunden dem Blondschopf mit der scheinbar nie versiegenden Quelle an sprachlichem Mutterwitz. Die wenigen Männer wurden relativ gut behandelt (»Gell Ulrich, du weißt Immerhin sei eine Lesung die beste Gelegenheit, sehr viele Frauen verschiedenen Alters kennen zu lernen. Und der mitgeschleifte Lebensgefährte sei nach überstandener Lesung in der Regel froh, »dass ich die da vorn nicht mitnehmen muss.«

Ansonsten las Fröhlich aus ihrem jüngsten Buch »Lieblingsstücke« mit Hauptfigur Andrea, die »hormonell bedingte Ausmistschübe« erleidet und bei Ebay versucht, das teure Holzpuppenhaus zu versteigern, weil das Töchterlein lieber den bunten Plastikmist haben wollte. Auch dem Besuch des von der Ehefrau betrogenen Vaters wird ein Kapitel gewidmet. Dabei schweift Fröhlich immer wieder ab, kommt vom Schweinegrippe-Virus (»hat sich vor mir gefürchtet«) über ihre Schulter-OP zum Sportwahn bei Männern, »ein letztes Aufbäumen, um es den Jungspunden noch einmal zu zeigen.« Ein entspanntes Verhältnis hat sie inzwischen zu den Speckpölsterchen entwickelt, auch wenn die ihre Nähe suchen »wie Mark Medlock die von Dieter Bohlen.«

Fröhlich erzählt von ihrem Einsatz als Telefonjoker bei »Wer wird Millionär«, auf den sie sich bestens vorbereitet hatte, als ausgerechnet die Tierfrage kam. Im Buch muss ihre Heldin Andrea mit dem Ehemann auf einen Juristenball und Fröhlich gibt bei dieser Gelegenheit Tipps, wie das ärmellose Kleid an den entsprechenden Stellen mit Teppichklebeband zu fixieren ist. Auch das Auswendiglernen aller afrikanischen Hauptstädte spielt eine nicht unerhebliche Rolle im Buch, das etwas andere Hobby, falls es mal langweilig werden sollte. Privat sei sie übrigens gar keine Partylöwin, so Fröhlich, sie sitze gern auf der Couch und führe ein »unglamouröses Leben.« Auch über ihre Familie schreibe sie generell nicht, »nachher muss ich die Therapie für die Kinder zahlen.«

Ein paar Tipps für Singles fallen auch ab, schließlich hat Fröhlich 20 Jahre lang in hr3 das »Ausgehspiel« moderiert: »Frauen sollten bei ihrer Wahl bedenken, dass ein knackiges Gehirn länger hält als ein knackiger Po.« Eine Zuhörerin bedauerte Fröhlichs Ausscheiden bei der Single-Verkupplungssendung, aber sie habe Samstag Abend auch mal zur Vorspeise beim Abendessen da sein wollen, nicht erst zum Dessert, kam zurück. Viele Fragen, die gerne so gestellt würden, stellte sich die Autorin praktischerweise gleich selbst, so wie sie auf die Ideen für die Bücher kommt - »durch Hinschauen und Zuhören.« Nachdem es dem Publikum sichtlich Spaß gemacht hatte, signierte Fröhlich noch eine Weile ihre Bücher.



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