01. Oktober 2008, 18:32 Uhr

Kirche soll Migranten in den Blick nehmen

Alsfeld (pm). »Die Eingliederung von Migranten muss künftig ein wichtiges pastorales Ziel im Dekanat sein.« Das sagte der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, dieser Tage bei der Schlusskonferenz der Visitation des Dekanates Alsfeld.
01. Oktober 2008, 18:32 Uhr
Prälat Giebelmann sprach sich bei der Konferenz in Alsfeld für verstärktes Engagement zur Eingliederung von Migranten und das Zugehen auf den Menschen aus. (Foto: pm)

Alsfeld (pm). »Die Eingliederung von Migranten muss künftig ein wichtiges pastorales Ziel im Dekanat sein.« Das sagte der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, dieser Tage bei der Schlusskonferenz der Visitation des Dekanates Alsfeld. Gerade die Integration von russlanddeutschen Gemeindemitgliedern sei »eine wichtige, aber auch schwierige Aufgabe, bei der die Erwachsenenbildung, die Gemeinden und die Caritas gefordert sind«, sagte Giebelmann. Das Dekanat werde immer »ein Schmelztiegel« für Einwanderer bleiben. Das Treffen fand im Pfarrzentrum Christkönig in Alsfeld statt. Daran nahmen die hauptamtlichen sowie Vertreter der ehrenamtlichen Mitarbeiter aus dem Dekanat teil.

Eingeladen hatten Dekan Helmut Grittner und die neue Dekanatsreferentin Hedwig Kluth. Generalvikar Giebelmann hatte das Dekanat seit dem 27. Februar visitiert. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hatte in dieser Zeit die Firmgottesdienste im Dekanat übernommen. Grundsätzlich seien die Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung in der starken Diasporasituation des Dekanates Alsfeld mit rund zehn Prozent Katholikenanteil schwierig, stellte Giebelmann weiter fest. Angesichts der großen sozialen Problematik »muss sich die Caritasarbeit dieses Themas verstärkt annehmen«. Es sei notwendig, sich armer Familien »noch stärker anzunehmen«.

Er forderte dazu auf, die Frage nach dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch lebendig zu halten. »Viele Gläubige haben die Selbstverständlichkeit des Sonntagsgottesdienstes verloren.« Vielen Menschen werde der Event-Charakter eines Gottesdienstes wichtiger, »aber so viele Events können wir gar nicht gestalten«, gab er zu bedenken. Er regte die Hauptamtlichen dazu an, sich Freiräume für eine »aufsuchende Pastoral« zu schaffen und auf die Menschen zuzugehen.

Der Generalvikar hob die ausgeprägte Messdienerarbeit im Dekanat hervor. Insgesamt gebe es 290 Ministranten. Außerdem habe das Dekanat »eine beachtliche Weltjugendtagsinitiative hervorgebracht«, sagte Giebelmann. Ein Zukunftsthema der Jugendarbeit werde angesichts der Einführung von Ganztagsschulen mit Sicherheit die Zusammenarbeit mit der Schule sein, denn dadurch werde die klassische Kinder- und Jugendgruppenarbeit schwieriger. Er wies darauf hin, dass es im Dekanat Alsfeld »eine relativ hohe Unterrichtsabdeckung« beim Religionsunterricht gebe.

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