Vogelsbergkreis

Ärger über Baustellenverkehr

Es fehlt an Lärmschutz für die Homberger, die entlang der künftigen Autobahn A 49 leben, wie in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von mehreren Teilnehmern festgestellt wurde (die Allgemeine berichtete). Im Mittelpunkt der Zusammenkunft in der Stadthalle stand eine Präsentation von Jürgen Diebe, Geschäftsführer der A 49 Autobahngesellschaft, die für den Bau und Betrieb der neuen Strecke verantwortlich ist. Daneben kam auch die Belastung zur Sprache, die bereits aktuell durch die Lkw auf dem Weg zur Rodungsfläche verursacht wird.
13. Dezember 2020, 19:28 Uhr
Joachim Legatis
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Der Verkehrskreisel in Homberg, oben bei einer Demonstration gegen den Bau der A 49, muss viele Bau-Lkw verkraften. FOTO: JOL

Es fehlt an Lärmschutz für die Homberger, die entlang der künftigen Autobahn A 49 leben, wie in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von mehreren Teilnehmern festgestellt wurde (die Allgemeine berichtete). Im Mittelpunkt der Zusammenkunft in der Stadthalle stand eine Präsentation von Jürgen Diebe, Geschäftsführer der A 49 Autobahngesellschaft, die für den Bau und Betrieb der neuen Strecke verantwortlich ist. Daneben kam auch die Belastung zur Sprache, die bereits aktuell durch die Lkw auf dem Weg zur Rodungsfläche verursacht wird.

So sprach Christiane Helm (Grüne) davon, dass »die Bau-Lkw mit Schotter von morgens bis abends auf der Marburger Straße in Homberg unterwegs« sind. Der Lärm belaste die Anwohner an den Straßen, die zwischen dem Basaltwerk und dem Bereich der Bauvorbereitungen auf der Autobahntrasse liegen.

Driebe erläuterte, dass diese Fahrzeuge im Auftrag der Planungsgesellschaft Deges unterwegs sind. Er sei da nicht der Ansprechpartner. Wenn die A 49 Autobahngesellschaft mit dem Bau loslegt, würden die Lkw hierfür allerdings auch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein. Eine früher einmal ins Gespräch gebrachte Baustraße vom Basaltwerk Nieder-Ofleiden zur Baustelle sei verworfen worden.

Man bemühe sich, den Baustellenverkehr über die Trasse abzuwickeln, wenn das möglich ist. Aber die Lkw müssten über öffentliche Straße zur Trasse gelangen.

Helm verwies darauf, dass schon jetzt mit Schäden durch den verstärkten Lkw-Verkehr an den örtlichen Straßen und dem Verkehrskreisel am Alten Amtsgericht zu rechnen ist. Das unterstrich Jutta Stumpf (Demokratisches Bürgerforum Homberg). Diese Gespräche habe die Stadt »schon lange« mit der Deges führen müssen. Das habe die DBH auch beantragt. Man könne nicht, wie Bürgermeisterin Claudia Blum es tue, da sitzen und nichts tun. Die Bürgermeisterin konterte gleich mit den Verweis darauf, dass die Gespräche mit der Planungsgesellschaft laufen. Dabei sei insbesondere das Bauamt der Stadt eingebunden. »Unsere Aufgaben erfüllen wir.«

Wie bereits berichtet, mandatiert das Stadtparlament einstimmig den Magistrat, einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht aus Frankfurt einzuschalten. Er soll Verfahrensfragen im Zusammenhang mit dem Bau der A 49 im Sinne der Kommune klären. Eckhard Hisserich (DBH) erläuterte, der Anwalt sei bereits in früheren Jahren für die Stadt tätig geworden.

Eine Besonderheit der Sitzung war der Polizeischutz im Saal. Die Polizei war vorsorglich mit einem Dutzend Beamten präsent. In der Ortsmitte waren Einheiten postiert und in Appenrod kurvten weitere Polizei-Kleinbusse herum.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/aerger-ueber-baustellenverkehr;art74,716610

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