02. Juni 2022, 21:49 Uhr

187 Aktive sind stets einsatzbereit

02. Juni 2022, 21:49 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Zahlreiche Aktive bekommen Anerkennungsprämien. FOTOS: SF

Ihre gemeinsame Jahreshauptvesammlung für die Jahre 2019, 2020 und 2021 hielten die Aktiven der Feuerwehren der Stadt Ulrichstein nun in Wohnfeld ab.

Stadtbrandinspektor (SBI) Andreas Hädicke blickte auf die vergangenen Monate zurück. Mit Stichtag 31. Dezember 2021 leisten 187 ehrenamtlich tätige Mitglieder in den Einsatzabteilungen der neun Stadtteile ihren Dienst. Sie gliedern sich in 35 weibliche und 152 männliche Einsatzkräfte.

Die Feuer der Stadt Ulrichstein wurden in den Jahren 2019 bis 2021 zu 135 Einsätzen alarmiert. Überörtlich musste die Feuerwehr Ulrichstein 15-mal ausrücken. Lobend erwähnte SBI Hädicke die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mücke, der Stadt Schotten und der Stadt Lauterbach. »Hervorheben möchte ich hier auch, dass mit der Stadt Lauterbach, der Stadt Schlitz und der Gemeinde Wartenberg auf dem Gebiet der technischen Einsatzleitung ein Verbund ins Leben gerufen wurde, der es uns bei Großschadenslagen ermöglicht, innerhalb kurzer Zeit eine funktionsfähige Einsatzleitung aufzubauen«, so Hädicke. In der heutigen Zeit sei die nachbarschaftliche Zusammenarbeit nicht mehr wegzudenken. Gerade tagsüber sei man mit seinen eigenen personellen Ressourcen schnell an seinen Leistungsgrenzen angekommen. Die Tagesalarmbereitschaft sei wie immer eine große Sorge. Positiv könne das Engagement von drei Ulrichsteiner Firmen hervorgehoben werden, die durch die Freistellung ihrer Mitarbeiter entscheidend zur Sicherstellung der Tageseinsatzbereitschaft beitragen.

Alle notwendigen Investitionen wurden durch die städtischen Gremien der Stadt Ulrichstein in den vergangenen Jahren eingeleitet. Zu diesen notwendigen Investitionen zählen unter anderem die Beschaffung des StLF und des TSF-W für Rebgeshain. Auch ist der Umbau der Gerätehäuser in Rebgeshain und Kölzenhain in Planung.

Mittlerweiler ist das StLF in Dienst gestellt, das TSF-W von Rebgeshain konnte Anfang Februar abgeholt werden. Auch dieses Fahrzeug ist schon in den Einsatzdienst integriert. Der neu beschaffte RW des Vogelsbergkreises (gebrauchtes Fahrzeug von der Landesfeuerwehrschule Kassel) wurde im Jahr 2021 in Ulrichstein stationiert. Nach einigen Umbauarbeiten wurde er zum 1. März in Betrieb genommen. Die Feuerwehr Ulrichstein deckt mit diesem Fahrzeug auf Anforderung den gesamten Vogelsbergkreis ab.

»An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass eine Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sich in Zukunft nicht einfacher gestalten wird. In Wehren, wo die nötige Ausbildung - insbesondere Atemschutzgeräteträger - fehlen, wird es nahezu unmöglich, gegenüber dem Land Hessen zu begründen und argumentieren, warum diese Wehr ein neues Fahrzeug braucht«, unterstrich der SBI.

Arbeitsgruppe für die Zukunft

Die Arbeitsgruppe »Zukunft Feuerwehr« ist ein fester Bestandteil bei der Planung und Beschaffung für die Feuerwehr Ulrichstein geworden. Hier geht ein besonderer Dank an Jörg Jost, der die Arbeitsgruppe leitet. Dass es der richtige Weg war, eine solche Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, hat sich bestätigt. Das Engagement, in der Feuerwehr mitzuarbeiten, hat sich deutlich verbessert. SBI Hädicke bedankte sich bei den städtischen Gremien und beim Kreis für die kompetente Unterstützung.

»Wir haben in den Jahren 2019, 2020 und 2021 rund 990 000 Euro für die Feuerwehr verausgabt«, bilanzierte Hädicke. Herauszuhebende Investitionen der letzten drei Jahre: Digitale Funkmelder inkl. Ladeschale (60 400 Euro), zwei Tagkraftspritzen für Helpershain und Rebgeshain (28 200 Euro) und die Restzahlung für das TSF-W Bobenhausen inkl. Tragkraftspritze (54 000 Euro).

Ein wichtiger Schwerpunkt zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Wehren ist die Gewinnung von Nachwuchs. »Ich begrüße jede Initiative, junge Menschen für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu interessieren. Jede Aktivität, die die Feuerwehr unternimmt, um in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen, trägt dazu bei. Deshalb gilt mein Dank auch den Jugendfeuerwehren in unseren Orten, denn die Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind die Brandmeister und die Führungskräfte von morgen«, so Hädicke.

Den Bericht für die Jugendfeuerwehr legte Jugendwartin Tina Armschat ab. 2019 wurde ein Besuch zur Flughafenfeuerwehr unternommen. Auch das Fest zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr in Kölzenhain wurde von den Jugendlichen unterstützt. Insgesamt wurden 109 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung abgehalten, zwei Fahrten unternommen und 30 Stunden allgemeine Jugendarbeit geleistet. 2019 waren 65 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr aktiv.

Keine Verluste im Nachwuchsbereich

Im Folgejahr 2020 fiel fast alles aus, dennoch wurden 13 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung abgehalten, zusätzlich elf Stunden in allgemeiner Jugendarbeit. Dies war allerdings nur in den Sommermonaten unter besonderen Hygieneregeln möglich. In der Jugendfeuerwehr sind derzeit 65 Mitglieder aktiv. Altersbedingt kam es auch zu Wechseln in die Einsatzabteilung, sechs neue Jugendliche konnten aufgenommen werden.

Frauenbeauftragte Rosemarie Schmitz dankte den Frauen, die immer bei den Einsätzen aktiv waren und an Lehrgängen und Seminaren mit Erfolg teilnahmen. Alle weiteren Unternehmungen sind leider ausgefallen.

Erwin Momberger von der Alters- und Ehrenabteilung berichtete über ein sehr aktives Jahr 2019. Es wurde der Karosseriebau Hartmann in Alsfeld besichtigt, es fand ein Ausflug nach Attendorn statt, das Sommerfest in Homberg wurde besucht, ebenso das Ofenmuseum in Laubach und die Käsescheune in Hungen. Als neuer Sprecher der Abteilung wurde Rudi Massanetz aus Wingershausen gewählt. Karl Hartmann aus Meiches stand aus Altersgründen nicht mehr zu Wahl. Das Jahr 2020 fiel dem Corona-Virus zum Opfer. Auch das Jahr 2021 verhielt sich still.

Bürgermeister Edwin Schneider sprach allen Feuerwehrleuten seinen Dank aus. Landrat Manfred Görig lobte die Jugendarbeit der Feuerwehren in Ulrichstein. Sie seien wichtige Bausteine der künftigen Einsatzabteilung. Des Weiteren sprach er von den Sorgen und Nöten, hervorgerufen durch Naturkatastrophen wie im Ahrtal. Gleichzeitig sensibilisierte er die Menschen, sprach über den Ukraine-Krieg und die entsprechenden Auswirkungen auf uns. Gefahrenabwehr und Zivilschutz hätten eine neue Bedeutung erlangt.

Auch hatte Landrat Manfred Görig die ehrenvolle Aufgabe, zu ehren. Mit der Floriansmedaille in Bronze wurde für ihre gute Jugendarbeit Eva Hohmann ausgezeichnet.

Mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande wurden für 40 Jahre Volker Repp und Lutz Schneider geehrt. Mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25 Dienstjahre wurden ausgezeichnet: Jens Adolph, Claus Appel, Thorsten Dampf, Manuela Dechert, Ina Emrich und Martina Leinberger.

Beförderungen und Prämien

Auch Beförderungen standen an: Alexander Adolph aus Rebgeshain und Christian Erbes aus Unter-Seibertenrod wurden zu Brandmeistern befördert.

Die Anerkennungsprämien wurden vergeben an: Für zehn Jahre Julian Becker und Jonas Weiß; für 20 Jahre Stephanie Kern, Holger Schmidt und Gernold Stehr; für 30 Jahre Oliver Dechert, Arnold Dietz, Lars Oechler, Oliver Rahn, Timo Stamm und Joachim Wolf; für 40 Jahre Holger Becker und Arno Dietz.

Kreisbrandmeister Tony Michelis dankte und beglückwünschte die Beförderten und Geehrten. Er macht sich Sorgen um die aktive Feuerwehr, denn so mancher habe in der Corona-Zeit seinen Freizeitwert erkannt.

Am 24. September 2022 ist in Unter-Seibertenrod eine Großübung geplant. Dort werden auch das DRK und die Gefahrenabwehr involviert sein. Die Planungen, so Stadtbrandinspektor Hädicke, seien noch am Laufen.



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