Verbrauchertipps

Konzertbesucherin erhält kein Schmerzensgeld

Braunschweig (pm). Erfolglos war die Klage einer Konzertbesucherin, die während eines Konzerts durch einen umgefallenen Lautsprecher verletzt wurde. Dies hat das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden (Az. 8 U 45/18).
08. Mai 2019, 22:01 Uhr
Redaktion

Braunschweig (pm). Erfolglos war die Klage einer Konzertbesucherin, die während eines Konzerts durch einen umgefallenen Lautsprecher verletzt wurde. Dies hat das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden (Az. 8 U 45/18).

Die Konzertbesucherin hatte gegen die Musiker einer schottischen Folkband und den Betreiber der Gaststätte, in der das Konzert stattfand, wegen der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht auf Schmerzensgeld- und Schadensersatz geklagt. Grund hierfür war, dass eines der Band-Mitglieder einen großen Lautsprecher auf einem Metallstativ nahe beim Bühnenrand aufgestellt hatte, der während des Konzerts von der Bühne auf die davor sitzende Konzertbesucherin fiel. Diese erlitt dadurch mehrere Knochenbrüche.

Das Oberlandesgericht hat ausgeführt, dass der Lautsprecher von einem der Musiker umgestoßen oder nicht richtig aufgestellt worden sein müsse. Schließlich könne ein Lautsprecher nicht »von allein« umfallen. Einen Schadensersatzanspruch habe die Konzertbesucherin trotzdem nicht. Sie habe nicht nachweisen können, welcher Musiker genau den Sturz des Lautsprechers verursacht habe. Diese Feststellung sei aber erforderlich, denn die Band-Mitglieder würden nicht für das Fehlverhalten eines ihrer Musikerkollegen - entweder falscher Aufbau oder das Umwerfen des Lautsprechers - haften.

Auch eine Haftung des Gaststättenbetreibers lehnte das Gwericht ab. Dem Gaststättenbetreiber sei keine Verkehrssicherungspflichtverletzung vorzuwerfen, weil er etwa die Tische und Stühle zu nahe an der Bühne platziert hätte. Es habe keine naheliegende Gefahr bestanden, dass Gegenstände von der Bühne in den Zuschauerraum fallen würden.

Ein Anspruch der Konzertbesucherin wegen möglicher Pflichtverletzungen der Band-Mitglieder, so der 8. Zivilsenat, komme allenfalls gegen den Konzertveranstalter, einen Kulturverein, in Betracht. Gegen diesen hatte die Konzertbesucherin aber keine Klage erhoben.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/verbrauchertipps/art506,587239

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