07. Dezember 2018, 18:51 Uhr

Rentenfreibetrag schrumpft

07. Dezember 2018, 18:51 Uhr
Nassauer

Rund 17 Millionen Menschen in Deutschland sind im Ruhestand. Jahr für Jahr steigt die Zahl der Rentner und damit der Anteil derjenigen Menschen, die auch ihre Rente versteuern müssen. Eine Vielzahl von Faktoren spielt bei der Steuerzahlung auf Rentenbeiträge eine Rolle. Wie viel von der Rente versteuert wird, richtet sich auch nach dem Jahr des Rentenbeginns. Wer beispielsweise vor 2005 in Rente ging, hat einen Freibetrag in Höhe von 50 Prozent der Jahresbruttorente 2005.

»Ausgehend von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird seit dem Jahr 2005 der zu versteuernde Rentenanteil jährlich schrittweise erhöht. Bis zum Jahr 2040 werden Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse dann komplett steuerpflichtig. Einen Rentenfreibetrag wie bisher wird es dann nicht mehr geben«, erklärt Inken Nassauer, Steuerberaterin bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Westprüfung Emde (Gießen). »Ruheständler sollten daher alle Einkommensquellen regelmäßig dokumentieren und steuerliche Abzugsmöglichkeiten prüfen.«

Diese Dokumentation muss nicht aufwendig erfolgen, sondern es genügt in den meisten Fällen eine einfache handschriftliche Übersicht oder eine einfache Tabelle. Vor allem kommt es darauf an, einen Überblick der zu versteuernden Einnahmen und der anrechenbaren Ausgaben zu behalten. Ein Großteil der Rentner, die eine Regelaltersrente beziehen, erzielt ohnehin noch keine Einnahmen in steuerpflichtiger Höhe. Das kann sich jedoch mit zusätzlichen Einnahmequellen wie Nebenjob, Beratertätigkeit, Vermietung oder Verpachtung ändern. Auch eine Rentenerhöhung kann dazu führen, dass der Grenzwert überschritten wird. Genau wie Arbeitnehmer können Rentner jedoch ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Steuerlich absetzen lassen sich etwa außergewöhnliche Belastungen (u. a. Arztkosten, Unterbringung im Pflegeheim etc.), Werbungskosten (u. a. Kosten für Rentenberatung), Sonderausgaben (u. a. Spenden, Kirchensteuer, Unterhaltungszahlungen), Vorsorgebeträge (u. a. Haftpflicht-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung) sowie in Teilen auch anfallende Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. »Auch wer zu Rentenbeginn noch keine Steuern auf seine Rente zahlt, kann dazu beispielsweise durch Rentenerhöhungen künftig verpflichtet sein. Da diese Erhöhungen zu 100 Prozent steuerpflichtig sind, besteht die Möglichkeit, dass der Grundfreibetrag überschritten wird und Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen. Umso wichtiger ist eine vollständige Übersicht über alle Einkünfte, da der Steuerfreibetrag kontinuierlich schrumpfen wird«, erklärt Nassauer. (Foto: Indra)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bundesverfassungsgericht
  • Rentenversicherungsbeiträge
  • Rentner
  • Ruheständler
  • Steuerpflicht
  • Steuerzahlungen
  • Gießen
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos