24. Oktober 2018, 22:08 Uhr

Gut verdrahtet

24. Oktober 2018, 22:08 Uhr

Berlin (pm). Über die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen trägt irgendwann einmal eine Zahnspange. Fakt ist: Das kann richtig teuer werden. Viele Eltern sind wegen der hohen Kosten und Behandlungsalternativen verunsichert und wenden sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD). Die UPD klärt auf:

»Oft sind Eltern und Kinder unsicher, ob eine kieferorthopädische Behandlung überhaupt notwendig ist«, sagt Dr. Johannes Schenkel. »Eine Zahnspange kann ratsam sein, wenn die Zahn- und Kieferfehlstellungen zu medizinischen Problemen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Zähneknirschen oder Sprechstörungen führen können.« Neben medizinischen können auch ästhetische Gründe für eine Spange sprechen. Da dann aber keine medizinische Notwendigkeit für die Zahnspange besteht, übernehmen die Kassen keine Kosten.

Wann zahlt die Krankenkasse?

Im ersten Schritt prüft der Kieferorthopäde Zahn- und Kieferstellung und stuft diese in die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 1 bis 5 ein. Stellt er bei der Untersuchung den KIG-Behandlungsgrad 3, 4 oder 5 fest, übernimmt die Krankenkasse die Kosten – allerdings nur bis zum 18. Lebensjahr. Das ist der Fall, wenn beispielsweise Kiefer- oder Zahnstellung das Beißen, Kauen, Sprechen, Atmen, den Mundschluss oder die Gelenkfunktion beeinträchtigen. Wichtig zu wissen: Die Eltern tragen vorerst einen Eigenanteil von 20 Prozent der Behandlungskosten. Erst nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung erstattet die Kasse das Geld zurück. »Eltern und Kinder sollten darauf achten, die Zahnspange wie vorgeschrieben zu tragen und die Zähne regelmäßig und richtig zu pflegen«, rät Dr. Schenkel. Wird die Behandlung abgebrochen, bleiben die Eltern auf dem Eigenanteil sitzen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten, zahlt sie für die einfachste Versorgung. Eltern und Kind haben dann ein Recht auf die sogenannte »Kassenzahnspange«. Sie soll eine »wirtschaftliche, zweckmäßige und ausreichende Therapie« sicherstellen. Wünschen Eltern oder Kinder darüber hinausgehende Leistungen – zum Beispiel teurere und modernere Materialien wie Keramik (zahnfarbene Brackets)- statt Metall Brackets – müssen diese Mehrleistungen aus eigener Tasche bezahlt werden. Was man wissen sollte: Der Vertragskieferorthopäde muss gesetzlich Versicherte auf die zuzahlungsfreie kieferorthopädische Behandlung hinweisen. Nicht jeder Arzt kommt dieser Pflicht nach, wie wir aus Beschwerden von Ratsuchenden wissen. Unser Tipp: »Lassen Sie sich und dem Kind das Kassenmodell und alternative Selbstzahlermodelle vom Kieferorthopäden zeigen. Nehmen Sie diese in die Hand und vergleichen Sie die Unterschiede. Ein Kassenmodell ist nicht per se schlecht. In jedem Fall erfüllt es den medizinischen Zweck«, sagt Dr. Johannes Schenkel.

Der Kieferorthopäde ist auch verpflichtet, dem Patienten vor der Behandlung eine detaillierte Kostenaufstellung mitzugeben. Dieser Heil- und Kostenplan soll für Klarheit bei den Behandlungskosten sorgen.

Eine Zweitmeinung einzuholen kann sinnvoll sein, wenn es um die Frage geht, ob gesunde Zähne in der Kieferorthopädie gezogen werden sollten oder nicht.

Die UPD ist mit ihrer neutralen und kostenfreien Beratung unter Tel. 08 00/011 77 22 an 80 Stunden in der Woche erreichbar.

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