Verbrauchertipps

»Print hat Zukunft!«

»Wir merken schon, das die Menschen Printprodukte wieder mehr zu schätzen lernen. Gedrucktes gewinnt an Bedeutung. Wir sehen Zukunft auch im Print!« Klare Worte von Jerome Muszy, einem der beiden Geschäftsführer der Druckerei Bender in Kroforf-Gleiberg. Wie erklärt der gelernte Drucker und studierte Wirtschaftsingenieur die Renaissance der gedruckten Produkte? »Print hat gerade in Zeiten der digitalen Medien seine Daseinsberechtigung, denn es hat eine andere Wertigkeit als online«, glaubt Muszy. Was zum einem mit der Flüchtigkeit des Mediums an sich zu tun hat, zum anderen aber auch mit den Inhalten: Der junge Unternehmer beobachtet einen ungefilterten Informations-Overflow im Netz – Print gewinnt da für ihn zunehmend an Bedeutung: »Es steht für Verlässlichkeit und gut recherchierte Information. Es ist ein haptisches Erlebnis und wird anders wahrgenommen.«
30. November 2017, 21:35 Uhr
Rüdiger Soßdorf
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Zusatzfarbe weiß: Der jüngst für 90 000 Euro erworbene Digitaldrucker eröffnet Melanie Beimel und Jerome Muszy neue Dimensionen. (Foto: so)

»Wir merken schon, das die Menschen Printprodukte wieder mehr zu schätzen lernen. Gedrucktes gewinnt an Bedeutung. Wir sehen Zukunft auch im Print!« Klare Worte von Jerome Muszy, einem der beiden Geschäftsführer der Druckerei Bender in Kroforf-Gleiberg. Wie erklärt der gelernte Drucker und studierte Wirtschaftsingenieur die Renaissance der gedruckten Produkte? »Print hat gerade in Zeiten der digitalen Medien seine Daseinsberechtigung, denn es hat eine andere Wertigkeit als online«, glaubt Muszy. Was zum einem mit der Flüchtigkeit des Mediums an sich zu tun hat, zum anderen aber auch mit den Inhalten: Der junge Unternehmer beobachtet einen ungefilterten Informations-Overflow im Netz – Print gewinnt da für ihn zunehmend an Bedeutung: »Es steht für Verlässlichkeit und gut recherchierte Information. Es ist ein haptisches Erlebnis und wird anders wahrgenommen.«

Sicher weiß auch der Unternehmer aus Krofdorf-Gleiberg, der sein Handwerk bei Carsten Bender von der Pike auf gelernt hat, um die absolut schwierigen Rahmenbedingungen der Branche: Aber er weiß eben auch um die Stärken des inhabergeführten Unternehmens in der mittlerweile vierten Familiengeneration: Bender-Tochter Melanie Beimel ist 2015 als Gesellschafterin eingestiegen, als Herwig Bender den Staffelstab weiterreichte. So setzen Muszy und Melanie Beimel auf die Verbindung von Tradition und Moderne: Etwa den seit diesem Jahr wieder ins Portfolio genommenen Buchdruck »Letterpress«. »Analoger geht es nicht«, sagt Muszy – und verweist stolz auf die hochwertigen Produkte, die damit möglich sind. Die Auflagen sinken zwar, beobachtet er, aber die Wertigkeit steigt. Und belegt, dass mehr als 90 Prozent aller bei Bender angefragten Drucksachen im Offset- und Digitaldruck gefertigt werden. Die Vorteile liegen für ihn klar auf der Hand: So ist man von der Zeit her flexibler und schneller – und kann die zugesagte Qualität garantieren.

Der Kundenstamm des Mittelständlers mit zwölf Beschäftigten kommt aus der ganzen Region zwischen Alsfeld im Norden bis Bad Vilbel im Süden: Im Portfolio sind neben klassischen Geschäftsdrucksachen auch Imagebroschüren, Bedienungsanleitungen, Plakate und Flyer, Briefpapier oder Visitenkarten. Dazu sehr viel Individuelles – weg vom Standard, weg von der Stange – hin beispielsweise zu Sonderformaten. Wobei dies auch mit Investitionen einhergeht: So wurde in diesem Jahr eine Schneidemaschine für Formate bis 92 Zentimeter von Polar erworben; für 75 000 Euro. Weitere 90 000 Euro hat eine neue Digitaldruckmaschine gekostet, die das Drucken einer fünften Farbe ermöglicht: Jetzt geht nicht nur farbiger Druck auf weißem Papier, sondern auch weiß auf farbiger Unterlage: So entstehen viele neue Möglichkeiten in der Produktion, denn Weißdruck wird bislang nur mit dem ungleich teureren Siebdruck in Verbindung gebracht.

Mit der Maschine zählt Bender zum Innovativsten, was es in Mittelhessen gibt. Anwender von Layout-Programmen sind bei einer Open House-Veranstaltung im Oktober über die damit verbundenen neuen Möglichkeiten des Digitaldrucks informiert worden. Das spiegelt sich auch im gewandelten Bild des Druckers: Nicht umsonst heißt der Ausbildungsberuf heute Medientechnologe, denn es ist heute etwas weniger Handwerk, dafür mehr Technik. Wobei es heute eine Selbstverständlichkeit ist, dass dies mit Umweltverträglichkeit einhergeht: Wie etwa die chemiefreie und wasserfreie Plattenherstellung, Papier aus dem Recycling respektive FSC-zertifizierten Beständen oder eben auch LED-Lampen in der gesamten Druckerei: 30 Prozent Energie werden so eingespart. Öko-Standards rechnen sich.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/verbrauchertipps/art506,355469

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