23. August 2017, 19:41 Uhr

Entschädigung für Stromleitung über Grundstück

23. August 2017, 19:41 Uhr
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Von DPA

Berlin (dpa). Grundstücksbesitzer können eine Entschädigung erhalten, weil über ihrem Grundstück eine Stromleitung gespannt wird. Versteuert werden muss die Entschädigung nicht sofort, erklärt der Bund der Steuerzahler. Diese Frage soll vor dem Bundesfinanzhof (BFH) grundsätzlich zunächst einmal geklärt werden (Az.: IX R 31/16). »Umstritten ist, ob sogenannte Einmalentschädigungen, die für die Grundstücksüberspannung gezahlt werden, der Einkommensteuer unterliegen«, konkretisiert Isabel Klocke vom Steuerzahlerbund. Betroffene sollten in ähnlichen Fällen Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt die Entschädigung versteuert.

Der Kläger in dem Fall vor dem BFH ist Eigentümer eines Grundstücks, auf dem er mit seiner Ehefrau selbst wohnt. Mit Erlaubnis des Klägers wurde über das Grundstück eine Stromleitung gespannt und eine entsprechende Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen. Im Gegenzug erhielt er eine einmalige Entschädigung von knapp 18 000 Euro. Das Finanzamt setzte für die Entschädigung Einkommensteuer fest.

Die dagegen gerichtete Klage verlor der Kläger vor dem Finanzgericht Düsseldorf. Die Richter meinten, es handele sich um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung eines Grundstücks, sodass die Entschädigung entsprechend zu versteuern sei. Gegen das Urteil legte der Kläger Revision ein.

»Betroffene Grundstücksbesitzer sollten das Ruhen des Verfahrens beantragen, wenn das Finanzamt die Einmalzahlung versteuert«, rät Klocke. Dann bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs offen und kann später noch geändert werden.



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