29. März 2017, 20:38 Uhr

Intelligente Zähler und H-Gas

29. März 2017, 20:38 Uhr

Handwerksprofis wie Elektro-, Gas- und Wasserinstallateure müssen sich immer auf dem Laufenden halten – technisch betrachtet und in gesetzlicher Hinsicht. Hierbei erhalten sie regelmäßig Unterstützung von den Stadtwerken Gießen (SWG). Vor Kurzem informierten die SWG rund 100 Installateure und Schornsteinfeger im Bürgerhaus Kleinlinden über die Neuerungen bei intelligenten Stromzählern sowie über die Umstellung von L- auf H-Gas.

»Wir freuen uns, dass die Veranstaltung auf so großes Interesse stößt. Uns ist es ein Anliegen, den Firmen aus der Region bei den anstehenden Herausforderungen weiterzuhelfen und zusammen die Energiewende und die damit zusammenhängenden Aufgaben zu meistern«, betonte Jens Schmidt, Kaufmännischer Vorstand der SWG.

Eines der Themen in Kleinlinden war das neue Messstellenbetriebsgesetz. »Das Gesetz ist seit Kurzem in Kraft gesetzt und regelt unter anderem den Einbau und die Nutzung der intelligenten Zähler. Bis 2032 soll die neue Technik flächendeckend installiert sein und genutzt werden«, erklärte Michael Baier, Gruppenleiter Messstellenbetrieb bei den SWG. Aus seiner Sicht wird für den reibungslosen Ablauf vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen den Installateurbetrieben und der SWG-Netztochter, die Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N), eine entscheidende Rolle spielen.

Auf die zweite große Herausforderung der kommenden Jahre – die Umstellung von L- auf höherkalorisches H-Gas – ging Wolfgang Döring ein, der das Projekt bei den SWG verantwortet. Er erläuterte zunächst den Hintergrund: »Rund 25 Prozent des Erdgasbedarfs hierzulande decken wir derzeit noch aus deutschen und niederländischen Quellen. Diese natürlichen Ressourcen gehen jedoch langsam zur Neige beziehungsweise die Niederlande wollen ihre Produktion zurückfahren. Für die Zukunft heißt das: Immer mehr Brennstoff muss aus Russland, Norwegen oder dem Nahen Osten kommen.«

Umrüstung steht bevor

Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Strömt künftig mehr Gas aus Russland nach Deutschland, erfordert das große Investitionen ins Netz: Fast 300 Kilometer Leitungen und zahlreiche Verdichterstationen müssen gebaut oder umgerüstet werden. Nicht die einzige Hürde. Denn für bis zu 5,6 Millionen Gasthermen, Durchlauferhitzer, Herde und Heizkessel in rund 4,5 Millionen deutschen Haushalten steht ebenfalls eine Umrüstung an. Den Grund dafür erläuterte Döring: »Das L-Gas aus heimischen und niederländischen Lagerstätten weist einen geringeren Energiegehalt auf als H-Gas aus Russland und Norwegen. In jedem Netzgebiet strömt entweder ausschließlich der eine oder der andere Brennstoff durch die Leitungen – in Nord- und Westdeutschland verstärkt L-Gas.«

Entsprechend müssen Installateure sämtliche Geräte im Haushalt ausrichten. In den meisten Fällen reicht es aus, die Düsen zu tauschen, die Einstellungen der Elektronik zu verändern oder die Luftzufuhr anzupassen. Im Netzgebiet der Mittelhessen Netz GmbH sind etwa 35 000 Haushalte von der Umstellung betroffen.

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