17. Oktober 2011, 17:03 Uhr

»streifzug«-Gewinner feiern im Musikkeller »Monkeys«

Cocktails zu zuckersüßen Melodien: 50 »streifzug«-Gewinner feiern im Musikkeller »Monkeys« und lauschen dabei den Indie-Songs der Gruppe The Morning After.
17. Oktober 2011, 17:03 Uhr
Indie-Pop vom Feinsten: Nils Hartung von The Morning After, im Hintergrund Bassist Timo Meuser.

Eine exklusive Party mit einem privaten Konzert haben 50 Leser des »streifzugs«, dem Monatsmagazin der »Gießener Allgemeinen Zeitung«, gewonnen. Die Sieger eines Gewinnspiels hatten am Samstagabend nicht nur die Möglichkeit, ein persönliches Konzert in intimer Atmosphäre der Gießener und Berliner Band The Morning After im Musikkeller »Monkeys« zu erleben, sondern zwei Stunden lang galt auch das Motto: »Das geht aufs Haus.« Allerdings nicht aufs »Monkeys«, sondern auf den »streifzug«. Und so lauschten die Gäste, gemütlich Cocktails schlürfend, den Indie-Pop-Klängen des musikalisch herausragenden Quartetts. Im Fokus stand dabei das aktuelle Album des Vierers »I said something, you said something«.

The Morning After verstehen sich auf zuckersüße Melodien, die sich schon beim ersten Durchlauf in die Gehörgänge einnisten und bereits beim zweiten Mal so vertraut wirken, als würden sie im Radio auf und ab gespielt.

Mutig verabschieden sich Frontmann Nils Hartung und seine Bandkollegen Timo Meuser (Bass), Michael Smosarski (Gitarre) und Hannes Zinken (Schlagzeug) von den gängigen Stilistiken der populären Musik, klingen ranzig und rumpelig nach Garagenrock, wie es sich für Indie gehört, und poppig-eingängig zugleich, wie es nötig ist, um im Radio einen Hit zu landen. Dass dies The Morning After noch nicht gelungen ist, verblüfft angesichts von Nummern wie »Art« oder der Single-Auskopplung »You’re so disco«. Kantig und eingängig zugleich erinnert die Single in Auszügen an die großartigen Melodien der legendären Beatles. Stampfrhythmen à la »Franz Ferdinand« und 80er-Retro-Popsounds, die Hartung seinen Keyboards entlockt, machen die Nummern zu einem Fest für Musikfans.

Titel wie »Socrates’ cup« gehen direkt ins Blut und animieren zum Tanzen. Hat »Winning times« einen Post-Punk-Anklang, weißt »Green, green« dagegen einen leichten Hang zur Polka auf und erinnert dabei an jene Musik, die auf Jahrmärkten einst die Besucher ins Kuriositätenkabinett locken sollten. Gepaart mit dem eher unscheinbaren und leicht schüchternen Wesen Hartungs, wirkt dieser Vergleich umso passender, ist doch jeder Song eine Kuriosität an sich – der Kuriositätenkabinett-Ekel freilich bleibt aus.

Hartung wirkt in seiner Performance wie eine Mischung aus Muse-Frontmann Matthew Bellamy und dem »Brechtschen Punk-Cabaret« der New Yorker Dresden Dolls. Durch die Maskerade von Schlagzeuger Hannes Zinken mit Fliegerbrille und -maske und angeklebtem Anthony-Kiedis-Schnäuzer wird dieser Eindruck gekonnt verstärkt und weckt zugleich Erinnerungen an die Show des norwegischen Rockband Kaizers Orchestra. Fast wünscht man sich, der kommerzielle Durchbruch solle der Gruppe nicht gelingen – dafür sind die Stücke musikalisch einfach zu wertvoll.

Nach dem Auftritt hatten die »streifzug«-Gewinner noch eine Weile die Gelegenheit, aus dem umfangreichen Getränkeangebot des »Monkeys« zu schöpfen, bevor sich die Türen auch für die »normalen« Besucher zum »Streifzug durchs Monkeys« öffneten und zu den Indie-Klängen von Resident-DJ Demian ausgelassen getanzt werden durfte.

Sabine Glinke



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