04. Februar 2016, 10:13 Uhr

Zwölf Mann gegen Randale bei Fassenachtstreiben

In der Ludwigstraße hat das Fassenachtstreiben zwar viel von seinem früheren Schrecken verloren. Für den erwarteten Ansturm haben aber drei der gastronomischen Hochburgen wieder einen Sicherheitsdienst angefordert. Heute beginnt dessen vorbeugender Einsatz gegen alkoholbedingte Randale.
04. Februar 2016, 10:13 Uhr
Fassenachtshochburg Ludwigstraße: Vor mehreren Kneipen werden auch in diesem Jahr private Sicherheitskräfte eingesetzt. (Foto: Oliver Schepp)

Fassenacht und Ludwigstraße – diese Kombination sorgte früher für heftiges Stirnrunzeln bei den Ordnungsbehörden. Als die Randale überhand nahm, musste mehrere Jahre lang sogar der Fassenachtszug in die Stephanstraße ausweichen. Inzwischen ist das närrische Treiben in der Gießener Kneipenmeile nicht mehr ganz so berüchtigt. Hochbetrieb ist dort aber wieder zu erwarten, vor allem am Sonntag und am Rosenmontag. Um unliebsamen Vorkommnissen vorzubeugen, haben drei ortsansässige Lokale wieder einen Sicherheitsdienst engagiert.

Los geht dessen Einsatz schon heute Abend vor dem »Ritzi’s« und dem »Tropicana« in der Ludwigstraße. Ab Sonntagmittag kommt das »Red Brick« im Riegelpfad dazu.

Hauptaufgabe der Sicherheitskräfte ist der geordnete Zugang zu den Lokalen. Sie kassieren das Eintrittsgeld und geben die Bändchen aus. Stark alkoholisierte oder aggressiv auftretende Gäste werden nicht eingelassen. Stichprobenartig werden auch Taschen kontrolliert auf Alkohol und Waffen. Wird von drinnen per Funk »Überfüllung« signalisiert, wird niemand mehr eingelassen.

Das ist dann das erste Konfliktpotenzial: Manchmal beginnen die abgewiesenen Gäste in der Warteschlange vor der Tür zu randalieren. Dann bekommen sie ein Hausverbot, das auch für die beiden anderen Lokale gilt. Gleiches passiert mit Besuchern, die sich drinnen daneben benommen hatten und deshalb hinauskomplimentiert wurden.

Am meisten zu tun haben die Security-Leute ab Sonntagmittag, wenn der Fasse-nachtszug sich nähert. Dann sind zehn Männer im Einsatz. Zwei weitere laufen Streife in der oberen Ludwigstraße. In Absprache mit der Polizei soll so Unfallgefahren und gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Volltrunkenheit vorgebeugt werden.

»Die meisten wollen nur entspannt feiern«, weiß Sierk Färber, der Inhaber von Loyal Security. Insgesamt sei der Straßenfasching ruhiger und das Publikum jünger geworden, hat er beobachtet. Am Dienstag werde auch nicht mehr »bis in die Puppen gefeiert«. Der Anteil der unschönen Vorkommnisse sei im Laufe der Zeit deutlich geringer geworden.

Dazu beigetragen hat auch, dass die Helfer in Sachen Konfliktentschärfung ausgebildet sind. Sie können deshalb die meisten Störenfriede mit Worten beruhigen und überhören auch schon einmal eine beleidigende Äußerung. Aber wenn es sich nicht vermeiden lässt, setzen die Männer einfache körperliche Gewalt ein. Bei einem kriminellen Verhalten – also bei Körperverletzung oder Nötigung – wird die Polizei zu Hilfe gerufen, die den Tätern ein Platzverbot erteilt oder sie in Gewahrsam nimmt. Guido Tamme



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