15. September 2017, 20:53 Uhr

Zweigeteilte Linie 5 im Gespräch

15. September 2017, 20:53 Uhr
In den Hauptverkehrszeiten könnten künftig zwei Busse pro Stunde mehr nach Wieseck fahren. (Foto: Schepp)

Gut Ding will zwar Weile haben, aber manchmal geht es dann eben doch schneller, als man denkt: Die Zukunft der Buslinie 5, die gerade zu Stoßzeiten oft überfüllt ist, beschäftigt den Ortsbeirat Wieseck schon seit Jahren; dass zwei Vertreter der Stadtwerke bei der Sitzung des Gremiums am Donnerstagabend »Vorschläge zur Angebotserweiterung« präsentierten, war dafür umso kurzfristiger bekanntgegeben worden.

Der Entwurf sieht vor, dass in den Hauptverkehrszeiten, zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 12 und 20 Uhr, künftig zwei Busse mehr pro Stunde nach Wieseck fahren. Mit dem entstehenden Zehn-Minuten-Takt könne man die steigende Nachfrage bedienen und zugleich die nördliche Marburger Straße anbinden, erläuterten Anne Müller-Kreutz und Jörg Klein.

Zu diesem Zweck soll ein neuer »Linienast« entstehen, der nach der Haltestelle »Röderring« über die Ludwig-Richter-Straße auf die Marburger Straße und weiter bis zu einer Endhaltestelle »Burgenring« führt. Dorthin verkehrt die »5« im vorgestellten Konzept stündlich zweimal, zum Endpunkt »Greizer Straße« viermal.

Drei Viertel der Fahrgäste nutzten die Linie zwischen Bahnhof und Röderring, nur rund ein Viertel steige an den anderen Haltestellen ein oder aus, erklärte Klein. Entsprechend müsse die dichtere Taktung vor allem im Stadtgebiet gewährleistet sein. Während zu den Stoßzeiten im neuen Konzept dennoch genauso viele Busse wie bisher den alten Weg fahren, sind es sonst je zwei zur »Greizer Straße« und zum »Burgenring«.

Drei weitere Haltestellen

Ehe die Zweiteilung der Linie 5 kommen kann, sind noch einige Vorarbeiten nötig. Zum Beispiel sollen drei neue Haltestellen entstehen: zusätzlich zur Endhaltestelle in der Nähe des Wellersburgrings eine in der Ludwig-Richter-Straße und eine an der Ecke Weidigstraße/Marburger Straße. Außerdem müssten Personal und Fahrzeuge beschafft werden, so Klein, der die Mehrkosten für den Betrieb mit 332000 Euro jährlich bezifferte. Realistisch sei die Umsetzung der Pläne »frühestens im Herbst 2018«, sagte Ralf Pausch, der Verkehrskoordinator der Stadt.

Neben dem neuen »Linienast« haben die Stadtwerke übrigens noch zwei weitere Konzepte ausgearbeitet: Eines sieht vor, die Busse auf dem Weg in Richtung Ortskern ab »Röderring« weiter über die Gießener Straße zu führen, das andere entwirft einen Ringverkehr durch Wieseck. Konkret geplant ist bislang keine der beiden Varianten. Pausch betonte allerdings, sie könnten perspektivisch ohne weitere Kosten und auch als Fortentwicklung der zweigeteilten Linie eingeführt werden.

Die Bürgervertreter nahmen die Pläne zunächst zur Kenntnis und möchten sich erst eingehender damit beschäftigen, ehe sie ausführlich Stellung nehmen. Später in ihrer Sitzung verabschiedeten sie unter anderem noch einen Antrag zum Thema Elektromobilität. Die CDU-Fraktion hatte gefordert, der Magistrat solle mit der MIT-Netz GmbH und dem Ortsbeirat mögliche Standorte für Ladestationen in Wieseck festlegen. Heiner Geißler (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass derzeit nur etwa 40 Elektroautos in Gießen zugelassen seien. Die bisherigen Überlegungen der Stadt laufen denn auch »auf ein eher begrenztes Kontingent« an Ladestationen hinaus, wie Pausch betonte, zumal ihr Betrieb »in der Regel ein massives Zuschussgeschäft« sei.

Weiteres Thema: Gehwegpflege

Weiter mahnten die Bürgervertreter an, dass die Stadt die Pflege von Gehwegen, die von Hecken, Bäumen oder Sträuchern zugewachsen seien, besser kontrollieren müsse. Die ursprünglich drei Anträge zu diesem Thema mündeten am Ende in einen fraktionenübergreifenden, weil sowohl die SPD als auch die CDU und die FDP fast identische Papiere eingereicht hatten. Zwar fand der Sammelantrag letztlich eine Mehrheit, zuvor kritisierte aber wiederum Geißler, das Thema sei für den Ortsbeirat eigentlich nicht relevant genug: »Mehr Kleinbürgertum geht nicht.«

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