08. Dezember 2011, 20:13 Uhr

Zwei hochdotierte Preise für exzellente Lehre

Gießen/Wiesbaden (pm/si). Die Justus-Liebig-Universität hat beim höchstdotierten Lehrexzellenz-Preis Deutschlands erneut einen Doppelerfolg errungen – zum vierten Mal in Folge.
08. Dezember 2011, 20:13 Uhr
Heiner Goebbels wurde als Einzelperson geehrt. Sein Preisgeld beträgt 60 000 Euro. (Foto: pv)

Der seit 2007 ausgeschriebene »Hessische Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre« geht in diesem Jahr in der mit 60 000 Euro dotierten Kategorie »Einzelperson« an Prof. Heiner Goebbels vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Chemie-Dozent Dr. Christian Würtele erhält für sein innovatives Modul »Bioanorganik« den mit 50 000 Euro dotierten dritten Preis in der Kategorie »Projekt einer Arbeitsgruppe oder Organisationseinheit«.

Den Preis haben das hessische Wissenschaftsministerium und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ausgelobt, um einen zusätzlichen Anreiz für hochwertige Lehre zu schaffen. Ministerin Eva Kühne-Hörmann und Geschäftsführer Prof. Michael Madeja für die Stiftung überreichten die Urkunden am Donnerstag bei einer Feier auf Schloss Bieberich bei Wiesbaden. Die Auszeichnungen zeigten den hohen Stellenwert, den die forschungsbasierte und studierendenorientierte Lehre an der JLU habe, sagte Präsident Prof. Joybrato Mukherjee, der den Preisträgern gratulierte. Bemerkenswert sei, dass die Erfolge »trotz nie dagewesener Belastungen im Studien- und Lehrbereich« gelungen seien.

Der Musiker, Komponist, Hörspielautor und Regisseur Heiner Goebbels wurde für sein außergewöhnliches Engagement und seine besonders innovative Didaktik von zwei Studierenden vorgeschlagen; den Vorschlag unterstützten weitere 60 Studierende. Nach dem Urteil des Preisgerichts gelingt es »Goebbels vorbildlich, seine auch neben der Professur durchgeführten Tätigkeiten als international renommierter und mit verschiedenen Preisen ausgezeichneter Künstler mit der universitären Lehre zu verbinden.« Die Studierenden würden dank seiner Lehre nicht einem von ihm vorgegebenen künstlerischen Ansatz folgen, sondern lernen, eigenständig zu künstlerischen Ausdrucksformen zu kommen. Goebbels lobte die Justus-Liebig-Universität für die »außergewöhnliche Struktur« des Studiengangs, den sie in den 80er Jahren eingerichtet hat.

Projektmanagement, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenzen sind überfachliche Schlüsselqualifikationen, die im Berufsleben immer wichtiger werden. Um diese Fähigkeiten zu fördern, stellte Christian Würtele in seinem Modul »Bioanorganik«, einer Pflichtveranstaltung des Master-Studiengangs Chemie, den Studierenden neben ihren fachwissenschaftlichen Arbeiten zusätzlich die Semesteraufgabe, selbstständig ein Symposium für Oberstufenschülerinnen und -schüler zu planen und durchzuführen. Die Studierenden hielten dieses Projekt »für eine exzellente und innovative Lehrveranstaltung, die uns nicht nur viel Spaß bereitet hat, sondern auch die akademische Ausbildung an der Justus-Liebig-Universität bereichert«, wie es im Vorschlagstext für den Exzellenzpreis hieß. Der Erfolg wäre ohne das große Engagement der Studierenden des zweiten Semesters Master-Chemie nicht möglich gewesen, sagte Würtele, der bereits im Vorjahr beim Akademischen Festakt mit dem Preis der Justus-Liebig-Universität ausgezeichnet worden war. Der JLU dankte er für das Just’us-Stipendium (Junior Science and Teaching Units). Dadurch habe er die Veranstaltung konzipieren können.

Der mit 150 000 Euro ausgestattete erste Projektpreis ging an die Universität Frankfurt, der mit 100 000 Euro dotierte zweite Projektpreis an die TU Darmstadt. Das Geld ist zu zwei Dritteln für dienstliche Zwecke vorgesehen, das übrige Drittel dürfen die Preisträger für sich persönlich verwenden.

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