08. November 2017, 19:14 Uhr

Zwei Schwerenöter mit Filmriss

08. November 2017, 19:14 Uhr
schepp_gl
Von Karola Schepp
Stoßen mit Fake-Sekt auf die Premiere an: Dramaturg Matthias Schubert, Bühnenbildnerin Katja Wetzel, Regisseur Thomas Goritzki und Komponist Martin Spahr (v. l.).

Gießen (gl). Gleich zwei Premieren im Stadttheater zeigen in dieser Woche, welche Folgen ungehemmter Alkoholgenuss haben kann. In der taT-Studiobühne geht es ab heute bei »Eine Sommernacht« um die skurrilen Folgen eines promillehaltigen One Night Stands, am Sonntag haben im Großen Haus zwei Spießbürger in Eugène Labiches »Die Affäre Rue de Lourcine« mit den Folgen einer durchzechten Nacht zu kämpfen.

Regisseur Thomas Goritzki inszeniert Labiches schmissige Komödie mit Tom Wild und Roman Kurtz in den Hauptrollen. Im Pressegespräch vor der Premiere machte er gemeinsam mit Dramaturg Matthias Schubert, Bühnen- und Kostümbildnerin Katja Wetzel und Komponist Martin Spahr neugierig auf den launigen Theaterabend.

Labiche hat im Paris des 19. Jahrhunderts Komödien wie am Fließband geschrieben: Neben »Der Florentinerhut« oder »Das Sparschwein« erlebt »Die Affäre Rue de Lourcine« dabei quasi eine Renaissance. Schließlich geht es in der Vaudeville-Komödie nicht nur um die Wirkung von Rauschmitteln, sondern auch um Fake News, zweifelhafte Indizien und die Scheinheiligkeit der Spießbürger. Doch das Stück ist eben auch eine hinreißende Komödie, wenn auch mit einer – typisch Labiche – arg konstruierten Geschichte. »Man darf daraus keinen Shakespeare machen«, weiß Regisseur Thomas Goritzki. »Das Handwerkszeug einer Komödie muss rein.« Und so gibt es Slapstick-Einlagen, komödientypisches Türengeknalle, aber auch kleine Gesangseinlagen, für die Martin Spahr neue Melodien samt Streichtriobegleitung komponiert hat. Die Zuschauer werden ihren Spaß haben, wenn der verkaterte Oscar Leglumè und sein Übernachtungsgast Mistingue in ihrem Himmelbett beim Blick in die Zeitung in Panik ausbrechen, weil sie befürchten, einen dort gemeldeten Mord im Suff begangen zu haben. Das Publikum erlebt mit, wie die beiden Schwerenöter mit Filmriss alles tun, um sich von dem Verdacht rein zu waschen. Fünf Schauspieler, acht Türen und eine Zeitungsnachricht – »Die Affäre Rue de Lourcine« verspricht ein veritabler Theaterspaß zu werden.

Nach der Premiere am Sonntag, 5. November, um 19.30 Uhr im Großen Haus, folgen weitere Vorstellungen am 25. November, 8. Dezember, 5. Januar, 8. Februar und am Nachmittag des 18. Februar. (Foto: Schepp)



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos