28. Oktober 2009, 21:06 Uhr

Ziel: Mut machen für Firmengründung

Gießen (soh). Die Zahl von Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich heraus ist in Deutschland erschreckend niedrig. Gerade junge Hochschulabsolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter scheuen sich davor, den Weg die Selbstständigkeit zu gehen. Ihnen will das »Entrepreneurship Cluster Mittelhessen« mehr Mut machen.
28. Oktober 2009, 21:06 Uhr
Dr. Gert Schorradt stellte das ECM vor.

Bei einer ersten Tagung in der Universitäts-Aula stellten die Verantwortlichen am Mittwoch ihr Projekt und ihre Ziele vor.

Das ECM ist ein Projekt der drei mittelhessischen Hochschulen: Der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der FH Gießen-Friedberg), gefördert vom Bund im Rahmen der EXIST-III-Förderung und von der Europäischen Union. »Wir wollen den Gründergeist von Studierenden, Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeitern wecken und ihnen mit Wissen und einer nachhaltigen Betreuung zur Seite stehen«, sagte Dr. Christian Schwens, wissenschaftlicher Leiter von ECM. Dabei stehe man nicht nur innerhalb der drei Hochschulen in stetem Kontakt, sondern knüpfe Netzwerke mit Akteuren wie der IHK, den Kommunen, der Wirtschaft und bereits bestehenden Transferzentren. 20 Gründerteams werden derzeit betreut. Die erste Unternehmensgründung, und zwar die von eOpinio, konnte man im Mai dieses Jahres feiern, die nächste soll Anfang 2010 realisiert werden.

»Wir wollen im Projektzeitraum die Gründung von 20 bis 40 Unternehmen aus unseren Hochschulen heraus hier in Mittelhessen anstoßen«, gab Dr. Gert Schorradt, Managing Director des ECM, die Ziele bekannt. Man wolle die Innovationen und den Gründergeist, die in Mittelhessen gerade in Lebens- und Ingenieurwissenschaften Tradition hätten, auch in der Region halten. »Wir haben eine Abwanderung von Wissen in andere Regionen wie Rhein-Main, die wir stoppen wollen.«

Unterstützung bekamen die Akteure von allen Seiten. Regierungspräsident Dr. Lars Witteck freute sich in seinem Grußwort, dass die drei mittelhessischen Hochschulen zu den besten in ganz Hessen gehörten und »hier ein Schatz an Wissen für unsere Region liegt, den man heben muss«. Neue Unternehmen aus dem Hochschulumfeld kämen auch wieder den Universitäten zu Gute: durch Forschungsaufträge beispielsweise, Spenden oder Alumni-Verbindungen.

Der Vizepräsident der JLU, Prof. Joybrato Mukherjee betonte, dass Forscher- und Gründergeist unbedingt zusammengehörten. Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann begrüßte die Idee einer Beratungsplattform, die es Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern mit guten Ideen erleichtere, den Mut zur eigenen Firmengründung zu finden. FH-Präsident Dr. Günter Grabatin, der für den Bundestagsabgeordneten Prof. Heinz Riesenhuber als Referent eingesprungen war, wünschte sich eine breitere gesellschaftliche Unterstützung, »um eine bessere Gründungskultur in Deutschland zu etablieren«. Die kreativen Köpfe hier hätten zu viel Angst vor dem Scheitern, und diese Angst sei das größte Hindernis für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Im Anschluss lud Prof. Rüdiger Kabst, Moderator und Mitinitator von ECM, Vertreter von Hochschulen, Politik und studentischen Gründungsteams aufs Podium zur Diskussion ein. Außerdem wurden aktuelle ECM-Projekte vorgestellt. Informationen dazu gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.ecm-gruenderzentrum.de" text="www.ecm-gruenderzentrum.de" class="more"%>. (Foto: soh)

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