02. Juli 2019, 22:11 Uhr

Zentralstelle zieht nach Frankfurt

02. Juli 2019, 22:11 Uhr
Oberstaatsanwalt Andreas May mit den Grünen-Landtagsabgeordneten Torsten Leveringhaus und Katrin Schleenbecker sowie Alexander Wright (Kreisverband Grüne, von links) beim Informationsbesuch in der Zentralstelle. (Foto: Schepp)

Die vor neun Jahren in Gießen gegründete Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) zieht nach Frankfurt. Sie werde in der kommenden Woche dort ihre Arbeit aufnehmen, sagte ihr Leiter, Oberstaatsanwalt Andreas May, in der Behörde, die im Justizkomplex in der Marburger Straße angesiedelt ist. In gewissem Sinne zieht die Zentralstelle allerdings »nach Hause«, denn sie war von Anfang als Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zugeordnet.

Für den Umzug seien mehrere Gründe ausschlaggebend, nicht zuletzt die Nähe zum Bundeskriminalamt in Wiesbaden, sagten May und sein Kollege, Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk. Die Zentralstelle ist erster Ansprechpartner des BKA für Internetdelikte, wenn die örtlichen Zuständigkeiten für die Ermittler noch unklar sind, oder bei Massenverfahren gegen Verdächtige bundesweit. Das Bundeskriminalamt sei »zu 99 Prozent Verfahrenspartner« des ZIT, sagte May. Außerdem seien die Staatsanwaltschaften im Rhein-Main-Gebiet größer, für Abordnungen zur Zentralstelle gebe es mehr Interessenten. Nicht zuletzt wird die neue Stätte in Frankfurt personell besser ausgestattet sein. Arbeiteten in Gießen acht Staatsanwälte - darunter fünf Frauen -, werden es in Frankfurt zwölf sein, plus zwei Cyber-Analysten.

Spezialisiert ist die Zentralstelle auf die Verfolgung von Straftaten im World Wide Web, die meisten Fälle betreffen Kinderpornografie. Zu den weiteren Themen gehören Darknet-Kriminalität mit der Bekämpfung illegaler Waffen- oder Drogenplattformen sowie Cyber-Kriminalität wie Hacker-Angriffe oder Datendiebstahl. Wie die Arbeit konkret läuft, darüber informierte May am Montag eine Besuchergruppe der Grünen: den Landtagsabgeordneten Torsten Leveringhaus, Sprecher für Digitales und Datenschutz der Landtagsfraktion Bündnis 90/die Grünen, der im Rahmen seiner »Sommertour« mit seiner Fraktionskollegin Katrin Schleenbecker und Alexander Wright (Kreisverband Grüne) nach Gießen kam. Deutlich wurde, dass die Zentralstelle auch unter den relativ strengen datenschutzrechtlichen Bedingungen in Deutschland beeindruckende Arbeit leistet: So ist etwa die weltweit operierende Kinderporno-Plattform »Elysium« maßgeblich unter Gießener Beteiligung enttarnt worden, ebenso der kriminelle Dark-net-Drogenmarktplatz »Wall Street Market«.

Die ZIT-Räume in der Marburger Straße werden aller Voraussicht nach künftig vom Amtsgericht genutzt, das dort wohl die Gerichtskasse unterbringen wird.

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