07. Januar 2014, 18:18 Uhr

Wort-Konzerte der Extraklasse: Neues Programm des LZG

Georg Stefan Troller, Tom Koenigs und Sabine Peters: Das Literarische Zentrum Gießen bietet im ersten Quartal des neuen Jahres wieder ein buntes Programm.
07. Januar 2014, 18:18 Uhr
Georg Stefan Troller wird das Programm des LZG am 19. Januar eröffnen. (Fotos: pv)

Früh geht es in diesem Jahr los mit dem neuen Programm des Literarischen Zentrums Gießen (LZG), welches Programmleiterin Karina Fenner in einem Pressegespräch vorstellte. Am 19. Januar lädt das LZG in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg um 11 Uhr zu einer Matinee in den Konzertsaal des Rathauses. Mit Georg Stefan Troller ist an diesem Morgen eine Koryphäe der Reportage vor Ort. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller, Filmemacher und Journalist liest unter anderem aus seinem aktuellen Werk »Mit meiner Schreibmaschine«. Eine Mitgliedschaft beim LZG (Jahresbeitrag 30 Euro/15 Euro ermäßigt) kann sich schnell rechnen: Der Eintritt zu dieser Veranstaltung kostet zehn Euro. LZG-Mitglieder können die Veranstaltung kostenlos besuchen.

Am 27. Januar liest Margarete Holzman (geboren 1924) um 19.30 Uhr aus den Aufzeichnungen ihrer Mutter Helene Holzman (1891-1986), die diese nach dem Überleben des Holocaust im von der Nazis ab 1941 besetzten Kaunas (Litauen) zu Papier brachte. Das in nüchternem Gestus verfasste Zeitzeugnis wurde postum unter dem Titel »Dies Kind soll leben« veröffentlicht, in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Der Eintritt zu der Veranstaltung im Literarischen Zentrum (KiZ in der Kongresshalle) ist frei.

Für die letzte Veranstaltung im Januar konnte das LZG eine der Größen des britischen Literaturbetriebs gewinnen. John Mullen, Professor am University College London, Juror beim Booker Prize und Kolumnist des »Guardian«, wird dem Publikum am 29. Januar um 19.30 Uhr im Literarischen Zentrum einen informativen wie unterhaltsamen Einblick in die Literaturszene Großbritanniens vermitteln. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

»Die Gedanken sind frei! – Die Worte auch?«, fragte das LZG bereits im letzten Programmheft. Am 4. Februar wird die Veranstaltung zur freien Meinungsäußerung, die im Herbst aufgrund einer außerordentlichen Sitzung des Bundestags ausfallen musste, im Literarischen Zentrum nachgeholt. Der Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs (Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses) trifft dann um 19.30 Uhr auf PEN-Vizepräsidentin und Writers-in-Exil-Beauftragte Franziska Sperr und die tunesische Autorin Najet Adouani. Letztere wird die Diskussionsveranstaltung mit einer Lesung literarisch abrunden. Der Eintritt im KiZ ist frei.

Die nächste Veranstaltung im Februar richtet sich gezielt an ein jüngeres Publikum. Doch auch Erwachsene können mit der märchenhaft-skurrilen Geschichte um den jungen Adam, der seinem bedrückendem Alltag in einer Hochhaussiedlung entflieht und Freundschaft mit den Bäumen schließt, etwas abgewinnen, betont Fenner im Pressegespräch. Autorin Katja Behrens liest am 6. Februar um 19 Uhr in der Liebigschule aus »Adam und das Volk der Bäume« und erzählt darin auch von Aysha und der Liebe.

In der ersten Veranstaltung einer neuen Reihe, die unter dem Titel »LZGespräche« am 12. Februar um 19.30 Uhr anläuft, wird es um die Frage gehen, wie der Literat zu seinen Worten kommt. Zum ersten Gespräch begrüßt Initiator Norman Ächtler (Institut für Germanistik) den Autor Thomas von Steinaecker, dessen jüngster Roman »Das Jahr in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen« (2012) für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Zuletzt hielt Steinaecker Vorlesungen zur Poetik an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden.

Am 5. März bietet sich um 19.30 Uhr im Café Zeitlos die Gelegenheit, in das Innenleben verschiedenster Charaktere einzutauchen, die Sabine Peters in ihrem Episodenroman »Narrengarten« vereint hat. Peters ist eine Meisterin des inneren Monologs, wie Fenner beim Pressegespräch bemerkt. Wer also einen Einblick in den unzensierten alltäglichen Wahnsinn anderer gewinnen möchte, hat hier gute Chancen. Aus den vielen intimen Einblicken, die heiter, traurig oder nachdenklich stimmen, entsteht ein großes Gesellschaftsmosaik.

Ein »Wort-Konzert der Extraklasse« verspricht das LZG für den 19. März. Die letzte Veranstaltung des Winters wartet neben der vielfach ausgezeichneten Lyrikerin Nora Gomringer mit den fünf Vokalisten (Lena Sundermeyer, Anne Munka, Hannah Ginsburg, Lars Ziegler und Christoph Mangel) des Wortartensembles auf. Nicht nur das LZG hatte Interesse, die Symbiose aus Wort und Klang auf die mittelhessische Bühne zu bringen. So ist diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Licher Verein KünstLich auf die Beine gestellt worden und findet deshalb auch in Lich statt. Doch eingeschränkte Mobilität soll kein Hindernis darstellen. Das Literarische Zentrum organisiert Mitfahrgelegenheiten zum Kulturzentrum Bezalel-Synagoge. Die Eintritt kostet diesmal zwölf Euro, LZG-Mitglieder bezahlen fünf Euro.

Für die Mitfahrgelegenheit kann das LZG per E-Mail angeschrieben werden (info@lz-giessen.de). LZG-Mitglieder wenden sich zur Kartenreservierung bitte auch direkt beim LZG. Ohne Mitgliedschaft sind Karten über die Tourist-Info Gießen zu beziehen. Soweit nicht anders erwähnt, belaufen sich die Eintrittspreise für Nicht-LZG-Mitglieder auf fünf Euro bzw. drei Euro ermäßigt.

abg



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