24. Mai 2019, 22:18 Uhr

Wohnungen mit Deichblick

24. Mai 2019, 22:18 Uhr
Architektin Ute Kramm spricht den Richtspruch. (Foto: mö)

Auf der Stadt lastete bereits der Einwohnerzuwachs und der Druck, Flächen für den Wohnungsbau zu finden, als das Planungsamt 2015 im Flächennutzungsplan fündig wurde. Der Fund führte zum Bebauungsplan »Schützenstraße Nordost«. Knapp vier Jahre später sind zwischen Schützenstraße und dem Hochwasserschutzdamm drei Wohngebäude in die Höhe gewachsen, um die sich einige Einfamilienhäuser gruppieren. »Das ist eine der schönsten Wohnlagen in Gießen«, sagte Bauherr Peter Gerber am Freitag beim Richtfest.

Für Peter Gerber und seinen Bruder Dirk, die beide im Top-Management großer deutscher Unternehmen arbeiten, ist das Projekt an der Lahn auch und vor allem eine Herzenssache. Nebenan steht noch das Elternhaus der Brüder, das nach dem Krieg wiedererrichtet wurde, nachdem das vorherige Gerber-Domizil bei den Bombenangriffen auf Gießen im Dezember 1944 zerstört wurde. Vor 100 Jahren wurde die Familie westlich der Lahn ansässig - und bleibt es auch. Die beiden Bauherren werden einen Teil der Gebäude selbst bewohnen.

Auch für Architektin Ute Kramm (aplus), die am Freitag als Zimmerfrau einspringen musste und den Richtspruch verlas, ist das Vorhaben »Alte Schuhmacherei« »kein normales Investorenprojekt«. Von der emotionalen Nähe der Bauherren zu ihrem Objekt profitierten auch die Käufer, die dort hochwertige Wohnungen erworben hätten.

Begonnen hatten die Arbeiten im vergangenen September, bezugsfertig sollen die 28 Wohnungen im kommenden März sein. Unter den drei - wegen der besseren Durchlüftung - auf Lücke gestellten mehrgeschossigen Gebäuden befindet sich eine Tiefgarage, damit oben zwischen den Häusern Raum zur Gestaltung grüner Zonen zur Verfügung steht.

Die städtische Überplanung der Gärten war nicht unumstritten. Die in erster Reihe ansässigen Anwohner waren nicht begeistert, dass die grüne Baulücke zur Lahn hin geschlossen wird. Im Stadtparlament wiederum wurde die bauliche Verdichtung und der Verlust von Grünflächen kritisiert. An der Grundlage des Projekts indes war nicht zu rütteln, da der Flächennutzungsplan an der Stelle eine Wohnnutzung erlaubt.

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