10. September 2012, 23:18 Uhr

Wohnbau: Im »Saisongarten« eigenes Biogemüse ernten

Gießen (ck). Dass Mieter die Grünflächen um ihre Wohnhäuser herum mit Blumen bepflanzen, um das Umfeld attraktiver zu gestalten, ist weit verbreitet. Dass aber Mieter in direkter Nachbarschaft gezielt Gärten bewirtschaften, um mit dem dann geernteten Gemüse ihren Speiseplan zu bereichern, hat sich in Gießen noch nicht durchgesetzt.
10. September 2012, 23:18 Uhr
Die großen Grünflächen zwischen den Wohngebäuden im Flussstraßenviertel bieten eine gute Möglichkeit zur Anlage der Saisongärten für Mieter. Wo jetzt Sonnenblumen blühen, könnte später auch Gemüse angepflanzt werden. (Foto: Schepp)

Diesem Gedanken will sich jetzt die Wohnbau Gießen GmbH widmen. In Zusammenarbeit mit dem tegut-Projekt »Saisongärten« soll jetzt der Bedarf bei den Mietern für landwirtschaftlich genutzte Parzellen im Bereich der Wohnblocks ermittelt werden. Aus diesem Grund lädt die städtische Wohnungsgesellschaft für den morgigen Mittwoch ab 19 Uhr ins Nordstadtbüro ein, um das Projekt vorzustellen.

Mit den großen Grünflächen im Flussstraßenviertel verfügt die Wohnbau Gießen über ein gut geeignetes Gelände für die Saisongärten, die die Firma tegut seit 2009 unterstützt und deren Geschichte bis in die 1980er Jahre zurückreicht. Die Idee dahinter: Die Wohnbau stellt das Gelände zur Verfügung, ein im hiesigen Raum ansässiger Biolandwirt bereitet die Flächen vor und bepflanzt sie ausschließlich mit Biogemüse, die Mieter pachten die Flächen von 40 oder 80 Quadratmeter Größe für einen Preis von 130 bzw. 240 Euro pro Saison (Mai bis Oktober/November), pflegen und hegen die Bete und ernten und verbrauchen das Gemüse. Sind die ersten Reihen abgeerntet, können die Pächter ganz nach ihrem Gusto nachpflanzen. Einzige Beschränkung: Es muss Biosaat- oder -pflanzgut sein.

Nach der Saison fällt das Gelände wieder an den Landwirt, der es für das kommende Jahr vorbereitet, für das sich die Mieter dann wieder bewerben können.

Laut einer Berechnung des Unternehmens, das damit den Biogedanken weiter verbreiten möchte, beträgt die Höhe der Pacht in etwa ein Drittel von der Summe, die man im Laden für das Gemüse zahlen müsste. Weitere Anschaffungen seien ebenfalls nicht notwendig. Die notwendigen Gartengeräte sowie Wasser zum Gießen würden zur Verfügung gestellt. Im Raum Gießen ist das Projekt bislang bereits in Buseck umgesetzt worden.

Nach Angaben von tegut reicht die Ernte eines großen Saisongarten für eine vierköpfige Familie. Denkbar ist auch, dass zwei Mieter zusammen einen Garten bewirtschaften oder dass Kindertagesstätten oder Schulklassen eingebunden werden. Im Rahmen des Informationsabends möchte die Wohnbau am Mittwoch ermitteln, wie groß der Bedarf der Mieter im Flussstraßenviertel für Saisongärten ist. Das Konzept vorstellen werden Anna Goldhagen (tegut) und Katharina Mittelstraß von der Universität Kassel, die das ursprünglich aus Österreich stammende Projekt erforscht und in Deutschland bekannt gemacht hat.

»Noch ist das Ganze eine Idee, aber wenn das Interesse groß genug ist, können wir uns schon vorstellen, das Projekt umzusetzen«, erläuterte auf Anfrage dieser Zeitung Elke Bergsma, bei der Wohnbau zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

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