24. Mai 2011, 20:45 Uhr

Wird Suppe ein zentrales Gartenschau-Thema?

Gießen (kw). »Suppe verbindet Menschen überall auf der Welt. Suppe ist Identität, Heimat, das beste Integrationsinstrument. Sie eignet sich ideal als Essen, das man mit gutem Gewissen verzehren kann.« Abderrahim En-Nosse lüpft den Topfdeckel und verteilt eine kalte Joghurt-Kräuter-Kreation. Der Gießener hatte die Idee zum Mitmach-Fest »Supp'Cultur und Stadtgeschmack« am 3. Juli in der Sudetenlandstraße.
24. Mai 2011, 20:45 Uhr

Es bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel »Liebigs Suppenfest«.

Jede Stadt habe ihren eigenen »Geschmack«, findet der aus Marrakesch stammende En-Nosse. Aber wie schmeckt Gießen? Das sollen die Bewohner selbst bestimmen. Gelegenheit dazu bietet die Aktion, die von der Stadt Gießen, der Kunst-Gruppe zur Landesgartenschau 2014 »Gärtnerpflichten« mitsamt der Kümmerei sowie dem Nordstadtverein unterstützt wird. Jeder, der Lust hat, kann die eigene Lieblingssuppe der Öffentlichkeit präsentieren. Er oder sie meldet sich bei Nordstadtmanagerin Yvonne Bleidorn an (Tel. 06 41/9 69 97 88-0 oder E-Mail y.bleidorn@nordstadtverein-giessen.org) und bringt am 3. Juli einen Topf Suppe mit auf den Grünstreifen an der Sudetenlandstraße. Eine haushaltsübliche Menge genügt. Einen Tisch samt Kochplatte stellen die Veranstalter, ebenso Geschirr, Besteck, Getränke und ein kulturelles Rahmenprogramm. Alle Interessierten können dann zwischen 12 und 16 Uhr Suppen probieren, sich darüber austauschen und den Tag genießen. Wer Suppe mitgebracht hat, erhält eine Kostenpauschale.

Mit der Landesgartenschau 2014 hat das in mehrfacher Hinsicht zu tun, erklärten beim Pressegespräch vor Ort Manuela Weichenrieder und Jörg Wagner von den »Gärtnerpflichten«. Zum einen soll die Sudetenlandstraße und speziell ihr Grünstreifen einer der beiden »Korridore« sein, die die Bereiche in der Wieseckeaue und an der Lahn verbinden. Zum anderen könne bei der Großveranstaltung das umweltbewusste Essen eine größere Rolle spielen als sonst bei Landesgartenschauen. Möglicherweise werde es im Sommer 2014 auf dem Gelände »jeden Tag eine andere Suppe geben« und Informationen über ihre Kohlendioxid-Bilanz gleich dazu, so En-Nosses Traum.

»Schon seit geraumer Zeit spielt eine Reihe von Menschen mit dem Leitmotiv Suppe«, weiß Sadullah Gülec von der Gießen Marketing GmbH. Immerhin erfand Justus von Liebig, der hier lehrte, den »Fleischextrakt« und damit ein Vorgängerprodukt des Brühwürfels. Nach dem Premieren-Erfolg von »Liebigs Suppenfest« im vergangenen Jahr in der Innenstadt sollten Veranstaltungen mit diesem Titel möglichst zur festen Tradition werden. In diesem Jahr sei aber nicht ein großes Fest geplant, sondern bis in den Oktober hinein etwa sieben bis acht Aktionen mit unterschiedlichen Partnern. Wie berichtet, wird Gießen dafür erneut - zum insgesamt vierten Mal - von der Innenstadt-Initiative »Ab in die Mitte« des Landes gefördert. 21 000 Euro gibt es für die Suppenfest-Aktivitäten.

Samstag Aktion in der Sudetenlandstraße

Am kommenden Samstag (28. Mai) werben die Initiatoren direkt in der Sudetenlandstraße für die »Supp'Cultur«. Von 12 bis 14 Uhr gibt es Informationen und natürlich auch einen Topf Suppe. Denn, so En-Nosse: »Bei Suppe kommt man ins Gespräch.«



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