15. Januar 2019, 22:38 Uhr

»Wir müssen reden!«

15. Januar 2019, 22:38 Uhr
SAK
Sie führen das Festival ab sofort als Geschäftsführer der Zellkultur weiter (v. l. n. r.): Marco Rasch, Ida-Elena Schulz und Wally Hund. (Foto: sak)

Kunst bedeutet Freiheit. Demnach müssten Künstler die freiesten Menschen innerhalb einer Gesellschaft sein. Ist dem so? Mit diesem Gedankenspiel meldet sich das Festival für Kunst und Kultur, die Giennale, im neuen Jahr zurück. Künstler aus Mittelhessen und darüber hinaus sind aufgerufen, in ihren Werken Stellung zu beziehen und die Arbeiten bis Ende Januar einzureichen. Die spannendsten Positionen werden vom 21. bis 29. Juni im Rahmen der zweiten Giennale in Gießen präsentiert. Die Auswahl trifft eine Kommission.

Geht es nach den Festivalmachern, sind erneut verschiedene Stilrichtungen vertreten: Malerei, Fotografie, Installationen, Performances, aber auch Lesungen und Konzerte. Zudem wird sich die Giennale auch im neuen Jahr nicht auf einen Ausstellungsort beschränken. Bei der Premiere 2017 zählte das Programm 20 Orte, darunter Galerien, Off-Locations und sogar Bushaltestellen. Kunst und Stadtkultur sollen verschmelzen, um Offenheit und Diskurse zu fördern.

Das ambitionierte Projekt, unterstützt durch die Stadt und das Kulturamt, stammt von Ida-Elena Schulz. Die 35-jährige Kunstpädagogin ist in der Studentenstadt aufgewachsen und kehrte nach Ausflügen in die Kölner Kunstwelt vor rund drei Jahren zurück. Im Gepäck die Vision: »Gießen alle zwei Jahre zum kreativen Zentrum Mittelhessens« zu machen. Was die Documenta für Kassel bedeutet, könnte die Giennale für Gießen werden.

Mehr als 3000 Besucher kamen zur Premiere, um 41 Künstler, 23 davon überregional, zu entdecken. Das ist ein beachtlicher Erfolg für ein rein gemeinnütziges Festival. Der Wunsch weiterzumachen, war demnach groß.

Aus dem damaligen Team hat sich im Oktober vergangenen Jahres die in Gießen ansässige Zellkultur gebildet. Ihr gehören drei Geschäftsführer an: Neben Schulz sind das die Sozial- und Kunstpädagogin Wally Hund (31) sowie das Vorstandsmitglied des Literarischen Zentrums Gießen, Marco Rasch (31). »Mit der Zellkultur können wir den Grundgedanken der Giennale auch außerhalb des Festivalzeitraums in die Region tragen. Das heißt, eine wertschätzende Gemeinschaft zwischen Kulturschaffenden und Stadtgesellschaft etablieren, gemeinsam wachsen und nachhaltige Synergien aufbauen«, betont Ida-Elena Schulz. Und Wally Hund ergänzt: »Zum Beispiel wird das Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität im Sommersemester zwei Seminare zum Thema der Giennale ausrichten, wie auch eine Podiumsdiskussion.« Marco Rasch erhofft sich von der Giennale, dass sie überregional bekannt und zu einer festen Größe in der Kulturlandschaft werden wird. »Gleichzeitig wollen wir nicht nur die etablierte Welt der Kunst einbeziehen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Projekt sein, das Offenheit und Diskurse fördert und den ein oder anderen Aspekt des Kunstmarktes kritisch hinterfragt.«

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