15. Januar 2019, 22:38 Uhr

Wieder Mönche im Museum

15. Januar 2019, 22:38 Uhr
In filigraner Feinarbeit aus Sand und Farbe kreieren die Mönchen ein Kunstwerk aus Quadraten, Kreisen und Figuren.

Im August 2006 hatten vier tibetische Mönche ein Avalokiteshvara-Mandala des Medizin-Buddhas erstellt. Dieses wird seitdem, entgegen der Tradition, im Oberhessischen Museum ausgestellt. 2012 wurde das Mandala schon einmal erneuert und mit zeremoniellen Gesängen und der Rezitation von Mantren gesegnet. Nun wird Mitte Februar eine neue Version angelegt. Und wieder werden Mönche für etwa eine Woche das Wallenfels’sche Haus dafür nutzen. Mandalas – kreisrunde Darstellungen mit unterschiedlichen geometrischen Elementen – finden wir in vielen Kulturen und Religionen. So wurde auch in der christlichen Tradition die Kreisform in Kunst und Architektur immer wieder als zentrale geometrische Figur verwendet. In von der buddhistischen Lehre geprägten Ländern leiten Mandalas den Meditierenden auf dem Weg zur Mitte. Das Zentrum jeder Mandaladarstellung enthält eine grundlegende Wahrheit, der man sich in Meditation und Leben schrittweise annähert. Im Sandmandala, das nun bereits zum dritten Mal im Wallenfels’schen Haus in Gießen erstellt wird, befindet sich die Grüne Tara in dieser Mitte. Sie verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und schützt vor den acht Arten der Angst. Ihre zum Aufstehen bereite Sitzhaltung symbolisiert ihre Schnelligkeit bei der Erfüllung von Wünschen und dem Schutz vor Gefahren. Obwohl die grüne Tara auch weltliche Wünsche erfüllen soll, besteht ihr eigentliches Anliegen darin, die Praktizierenden zur Erleuchtung zu führen. In dieser Weise kann man die acht Ängste, vor denen die grüne Tara schützt, auch als Symbole für die inneren Hindernisse auf dem Weg verstehen.

Bevor die Mönche beginnen, das Mandala der Tara zu streuen, kann man am Vormittag des 14. Februar zunächst die rituelle Auflösung des noch vorhandenen Mandalas von Avalokiteshvara verfolgen. Dies werden die Mönche mit Gebeten für den Frieden in unserer Welt verbinden. Bis zum 19. Februar entsteht dann ein neues filigranes Mandala aus farbigem Sand. Farbgebung, Anordnung und Gestaltung entsprechen einer künstlerisch-religiösen Sprache mit tiefem Symbolgehalt. Sechs Tage können wir miterleben, wie in konzentrierter Atmosphäre allmählich ein faszinierendes und tiefgründiges Kunstwerk entsteht. Mit dem Wunsch, den interreligiösen Dialog und den kulturellen Austausch zu bereichern und zu einem friedvollen Miteinander in der Welt beizutragen, kommen die Mönche aus Ladakh auf Einladung der buddhistischen Gemeinschaft Dharmakirti in Gießen zusammen.

Sonderöffnung am 18. Februar

Aus Anlass der Erneuerung des Sandmandalas im Oberhessischen Museum wird eine Sonderöffnung des Wallenfels’schen Hauses am Montag, 18. Februar, von 10 bis 16 Uhr, ermöglicht. (Foto: pm)

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