26. April 2017, 11:00 Uhr

Großbau

Wie geht es mit dem Güterbahnhof-Areal weiter?

Parkhaus, Fernbusbahnhof und ein siebengeschossiges Drei-Sterne-Hotel: Die Arbeiten auf dem Güterbahnhof-Areal gehen voran. Nun könnte eine vierte Einrichtung dazukommen.
26. April 2017, 11:00 Uhr

Es ist einer jener Orte in Gießen, die man nicht wiedererkennt, wenn man schon länger nicht mehr dort gewesen ist. Über den Lahnwiesen thronen zwei riesige Wohngebäude, ein Schild kündigt die nächsten Neubauprojekte an. Aber damit nicht genug: Neben Wohnungen planen die Bauträgergesellschaft Mittelhessische Wohnen plus GmbH, die Stadt und die Bahn große Infrastrukturvorhaben wie ein Parkhaus, einen Fernbusbahnhof und ein siebengeschossiges Drei-Sterne-Hotel mit 100 Betten. Geht es nach dem Magistrat der Stadt, gesellt sich die Bundesagentur für Arbeit als vierter Partner hinzu. Im Mai will die Bundeseinrichtung entscheiden, wo das neue Jobcenter in Gießen gebaut wird. Nach letztem Stand hat die BA die Auswahl zwischen Flächen im früheren US-Depot, im Schiffenberger Tal und eben jenem Grundstück auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs, das der Mittelhessische Wohnen plus GmbH gehört.

»Auf diese Entscheidung haben wir keinen Einfluss. Entscheidet sich die Bundesagentur für einen anderen Standort, müssen wir für die Rückseite des Bahnhofs neue Überlegungen anstellen«, sagte Planungsdezernent Peter Neidel (CDU) am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats. Tags zuvor hatte die Stadtregierung den Entwurf des Bebauungsplans »Am Güterbahnhof II« beschlossen. In diesen Entwurf wurde nunmehr das Jobcenter eingefügt. In dem S-förmig dargestellten Neubau sollen 260 Arbeitsplätze entstehen und die bisher auf vier Standorte in der Stadt verteilte Hartz IV-Behörde konzentriert werden. Mit 100 Kundenbesuchen pro Tag wird gerechnet. Der Standort sei aufgrund der guten Anbindung an den städtischen und regionalen Busverkehr für das Jobcenter »besonders gut geeignet«, heißt es in der Vorlage ans Stadtparlament. »Wir wollen nicht alles auf der Buslinie 1 abwickeln«, meinte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) mit Blick auf die Konkurrenzfläche im früheren US-Depot.

Während es in Sachen Jobcenter also bald eine Entscheidung gibt, sieht Neidel beim Fernbusbahnhof und dem zweiten Parkhaus noch offene Fragen. Die Betreiberschaft sei in beiden Fällen noch ungeklärt, beim Busbahnhof ist damit vor allem die Finanzierung verknüpft. Beim Parkhaus ist – wie beim bestehenden – eine Betreiberschaft durch die Stadtwerke denkbar. Denn die werden ihren Mitarbeiterparkplatz größtenteils aufgeben müssen, wenn die Konrad-Adenauer-Brücke umgebaut wird.

Das Großprojekt Fernbusbahnhof wiederum gilt grundsätzlich als machbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Machbarkeitsstudie, die Stadt, die Mittelhessische Wohnen und die Bahn im vergangenen Jahr vorgelegt hatten. Danach könnten auf der Fläche neben dem bestehenden Parkhaus und dem geplanten Parkhausneubau ein Platz für Pkw-Kurzzeitparker, ein Busbahnhof mit fünf Fahrsteigen in Schrägaufstellung sowie ein längerer Halteplatz für Busse mit Anhänger, mehrere Fahrradabstellanlagen sowie ein Taxenstand entstehen.

 

3,5 Millionen Euro für Busbahnhof

 

Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Verlängerung der bestehenden Fußgängerunterführung der Bahnhofsgleise, die als Boulevard auf einem Platz vor dem Busbahnhof münden würde. Eine erste Kostenschätzung für den Fernbusbahnhof geht von 3,5 Millionen Euro für die Gestaltung der Freiflächen und die Verlängerung der Unterführung aus. Kosten, die sich die Stadt, die Mittelhessische Wohnen sowie die Bahntöchter Station& Service sowie DB BahnPark teilen müssten. Die Hauptnutzer des Fernbusbahnhofs, nämlich die Gießen ansteuernden Transportunternehmen, sollen den Betrieb laut Gutachten dann – wie auf einem Flughafen – durch Gebühren finanzieren. Die Gutachter gehen davon aus, dass sich die Zahl der täglichen Fahrten von und nach Gießen in den kommenden Jahren bei etwa 115 bis 120 einpendeln wird.

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