03. Mai 2017, 20:16 Uhr

Wer bezahlt und betreibt den Fernbusbahnhof?

03. Mai 2017, 20:16 Uhr
Bislang halten die Fernbusse wie hier in der Liebigstraße oder am Autobahnanschluss Licher Straße. (Foto: Schepp)

Noch in diesem Monat will die Bundesagentur für Arbeit entscheiden, wo in Gießen das neue Jobcenter gebaut wird. Entsteht es auf der Rückseite des Bahnhofs, wäre das ein Meilenstein für die Entwicklung des früheren Güterbahnhofs. Freilich sind gerade zum Vorhaben, dort auch einen Fernbusbahnhof einzurichten, wesentliche Punkte ungeklärt. Dies wurde am Dienstagabend im parlamentarischen Bauausschuss deutlich, der den Entwurf des Bebauungsplans »Güterbahnhof II« diskutierte und einstimmig befürwortete.

Wer den Bau des Bahnhofs bezahlt und wer ihn betreibt, ist noch völlig offen, war den Äußerungen von Planungsdezernent Peter Neidel (CDU) zu entnehmen. Die vom Ausschuss völlig »ins Blaue« geführte Diskussion verwunderte gleichwohl, denn seit Dezember verfügen die Stadtverordneten mit einer 70-seitigen Machbarkeitsstudie über eine Informations- und Entscheidungsgrundlage. Danach würde der geschätzt 3,5 Millionen Euro teure Busbahnhof von Stadt, Bahn und dem Güterbahnhof-Investor Mittelhessische Wohnen plus GmbH gebaut, an den Kosten des Betriebs wiederum würden die Busunternehmen über Gebühren beteiligt. Die Studie nennt dazu Beispiele aus Saarbrücken, Dortmund, Hamburg und Berlin, wo die Unternehmen – wie auf einem Airport die Fluggesellschaften – Gebühren zahlen müssen, im Fall der Busbahnhöfe für Anfahrt und Aufenthalt. Was den Bau betrifft, spricht übrigens auch der Bebauungsplan von einer Kostenaufteilung zwischen öffentlicher Hand und Investor.

Das bisherige Konzept sieht vor, dass auf der Fläche neben dem Parkhaus und dem geplanten Parkhausneubau ein Platz für Pkw-Kurzzeitparker, der Busbahnhof mit fünf Fahrsteigen in Schrägaufstellung sowie ein längerer Halteplatz für Busse mit Anhänger, mehrere Fahrradabstellanlagen sowie ein Taxenstand entstehen.

Aus Sicht der Gutachter ist klar, dass der Fernbus-Standort Gießen den Bau eines eigenen Bahnhofs hergibt. Schon gegenwärtig fänden in Gießen in der Spitze täglich bis zu 100 Fernbusfahrten statt. Die Gutachter gehen davon aus, dass sich diese Zahl in den kommenden Jahren bei etwa 115 bis 120 einpendeln wird.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt befürwortete der Ausschuss einstimmig und ohne Debatte den Entwurf des Bebauungsplans für die Siedlung Petersweiher. Aus diesem Thema ist die Luft offenkundig raus.

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