16. Juli 2018, 11:00 Uhr

Semesterferien

Wenn der Campus in Gießen leergefegt ist

In diesen Tagen endet das Sommersemester an Uni und THM. Das bedeutet: Weniger Kunden für Mensa, Kioske – wie etwa Marbobo – oder Läden in Campusnähe. Wie stellen sie sich auf die Ferien ein?
16. Juli 2018, 11:00 Uhr
In den Semesterferien herrscht meist Leere auf dem Platz vor dem Unihauptgebäude in der Ludwigstraße. (Foto: edg)

Sommer, Sonne Semesterferien – was bei Studierenden Reiselust weckt, bedeutet für einige lokale Unternehmer Ebbe in der Kasse. Die rund 26 000 Studierenden an der Justus-Liebig-Universität (JLU) und 10 700 an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Viele wohnen, essen und konsumieren in der Stadt. Wenn sie Gießen in den Semesterferien verlassen, kann das für Anbieter in Campusnähe einige Hundert Kunden weniger bedeuten. An der JLU endet die Vorlesungszeit am Freitag; die THM schickte die Studierenden schon vor einer Woche in die Ferien, jedoch stehen bis 20. Juli noch Prüfungen an. So bereiten sich Unternehmen vor:

 

Mensen und Cafeterien: »Im Studentenwerk sind wir an das Saisongeschäft gewöhnt«, sagt Eva Mohr, Pressesprecherin des Studentenwerks Gießen. Der Betreiber der Mensen und Cafeterien der Gießener Hochschulen schließt in der vorlesungsfreien Zeit einige Häuser ganz, andere haben verkürzte Öffnungszeiten oder kaufen weniger Lebensmittel ein. Das sei wirtschaftlich legitim, wenn weniger Gäste kämen, erklärt Mohr. »Für den Einkauf haben unsere Mitarbeiter Erfahrungswerte aus den vergangen Jahren«, sagt sie. Die Mitarbeiter der geschlossenen Mensen und Cafeterien nutzten die Zeit zum Überstundenabbau, für Urlaub oder arbeiteten in anderen Häusern.

 

Kiosk: In lauen Sommernächten kommt es vor, dass sich 150 junge Menschen auf dem Universitätsplatz in der Ludwigstraße versammeln. Mit den Getränken vom gegenüber liegenden Marbobo-Kiosk nutzen sie den Platz als günstigen Biergarten. Inhaber Gabriel Artuc braucht dann einen Mitarbeiter, der die Getränke in den Kühlschränken auffüllt. »Es ist wie ein Abtauchen in Arbeit«, sagt er. »Wir freuen uns über die Kunden und die Umsätze, aber auch über die ruhigere Zeit danach.« Denn am Semesterende gibt es nach der Hochsaison einen harten Schnitt. Nur noch halb so viel Kundschaft kauft Getränke, Snacks, Zigaretten und Co, schätzt Artuc. Dementsprechend kaufe er auch weniger Waren ein und verzichte auf einen zweiten Mitarbeiter. Das Saisongeschäft hat für den jungen Kioskbetreiber auch seine Vorteile: »Wenn ich weiß, dass ich im Sommer schon gute Umsätze gemacht habe, kann ich in ruhigeren Zeiten auch mal mit Freunden draußen stehen.«

 

Bäckerei: In der Bäckerei Künkel im Aulweg gehören Studierende der JLU zur Stammkundschaft. Während des Semesters ist die Bäckerei mit Café ein beliebter Anlaufpunkt für die Naturwissenschaftler vom Heinrich-Buff-Ring. Anders sieht das in den Semesterferien aus. »Auf einen Schlag haben wir 150 Kunden pro Tag weniger«, sagt Filialleiterin Christa Meyer. »Dazu kommen aktuell auch noch die Schulferien.« Doch sie sieht ihre Filiale gut vorbereitet. Damit keine Stückchen oder Brötchen liegenbleiben, wird im Aulweg in den Semesterferien weniger gebacken und angeliefert. Einige Mitarbeiter haben zudem ihren Sommerurlaub in die vorlesungsfreie Zeit gelegt. »Planung ist alles«, sagt Meyer.

 

Fahrradgeschäft: Bei Axel Jones von Studirad rollen die Fahrräder während des Semesters pausenlos an. In seinem Laden für Fahrradteile, Zubehör und Service an der größten JLU-Mensa in der Otto-Behaghel-Straße schiebt er im Sommer daher regelmäßig Zehn-Stunden-Schichten. Die Semesterferien bekommt der Inhaber deutlich zu spüren. »Es wird ruhiger«, sagt er. »Nachdem im Semester so viel zu tun ist, ist mir das auch willkommen.« Rund ein Drittel weniger Kunden kommen in den Ferien, schätzt er. Seine Öffnungszeiten hat er dem Saisongeschäft angepasst. Von 10 bis 16 Uhr steht er oder sein Mitarbeiter regulär im Laden; im Semester je nach Bedarf länger.

Zusatzinfo

Einige Mensen geschlossen

Während der Semesterferien sind einige Mensen und Cafeterien an den Gießener Hochschulen geschlossen oder haben verkürzte Öffnungszeiten. Zeitweise geschlossen sind etwa die Mensa Mildred-Harnack-Fish-Haus (Leihgesterner Weg 16; 14.07.– 07.10.18), die Cafeteria Phil I (Otto-Behaghel-Straße 10; 30.07.–31.08.18) und der Campusgrill an der THM (Wiesenstraße 14; 23.07.–02.09.18). Regulär geöffnet hat hingegen die große Mensa (Otto-Behaghel-Straße 27) und die Cafeteria IFZ (Heinrich-Buff-Ring 26-32). Weitere Informationen unter www.studentenwerk-giessen.de.

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