29. Oktober 2019, 21:31 Uhr

Weltkongress und neues Buch

29. Oktober 2019, 21:31 Uhr
Th. Leschetizky

Die in Gießen ansässige Deutsche Leschetizky-Gesellschaft kann auf ein äußerst ereignisreiches Jahr zurückblicken. So war sie Ausrichter eines wissenschaftlichen Weltkongresses in Bad Ischl (3. bis 5. Oktober und veröffentlichte den dritten Band ihrer Buchreihe. Nun steht als nächste Aktion ein Klavier- rezital des renommierten Konzertpianisten Wigbert Traxler bevor, der am nächsten Samstag, dem 2. November, virtuose Klaviermusik der Romantik spielen wird (Beginn: 15.30 Uhr, Musikhaus Schönau, Schiffenberger Weg 111).

Theodor Leschetizky (1830-1915) war einer der brillantesten Musiker seiner Zeit. Da die Trennungslinie zwischen reproduzierenden und produzierenden Musikern damals nicht sehr scharf verlief, wirkte er nicht nur als Pianist, sondern auch als Komponist. Seine eigentliche Domäne war aber die Klavierpädagogik. So schrieb Harold C. Schonberg, der gefürchtete Musikkritiker der »New York Times«, bereits 1965: »Beethoven war Czernys Lehrer, und dieser wiederum unterrichtete Liszt und Leschetizky, Liszt und Leschetizky jedoch die ganze Welt.« Dass dies Aussage nicht zu hoch gegriffen, sondern heute noch virulent ist, belegt nicht zuletzt die Tatsache, dass 80 Prozent aller heute lebenden Pianisten in dritter, vierter oder fünfter Folgegeneration Schüler von Liszt oder Leschetizky sind. Da Leschetizky erheblich älter geworden ist als Liszt und somit auch rein quantitativ mehr Schüler unterrichtet hat, kann man mit Fug und Rechte sagen, dass er der bedeutendste Klavierlehrer ist, den die Welt je gesehen hat.

So gesehen ist das Klavierrezital das Junktim zwischen Klavierpädagogik und Komposition, da am Samstag neben Werken von Eugen d’Albert und Carl Tausig Werke von Theodor Leschetizky und Franz Liszt erklingen. Die Besonderheit dieser teils unbekannten Komponisten ist, dass sie sehr wohlklingende Werke schufen, die im großen Strom der Romantik mitschwammen. Ihre Wiederaufführung stellt somit nicht nur eine große Bereicherung der musikalischen Landschaft dar, sondern macht das Konzert auch für Hörer interessant, die bereits sehr viel Klaviermusik kennen.

Wer sich für die Arbeit der Deutschen Leschetizky-Gesellschaft interessiert, kann sich an den Ersten Vorsitzenden Burkhard Muth wenden (Tel. 06 41/49 48 46). Das Buch mit dem Titel: »Burkhard Muth (Hg.). Theodor Leschetizky - seine letzten Jahre, Ruhm und Nachruhm« kann unter der ISBN 978-3-929379-48-8 im Buchhandel erworben werden. (Lithografie: pm)

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