25. Februar 2011, 22:00 Uhr

Weißkopfseeadler scheint sich in Gießen wohlzufühlen

Gießen (kw). Ist »Rayka« nach vier Wochen weitergezogen? Oder hält sich das Weißkopfseeadler-Weibchen weiterhin in Gießen und Umgebung auf? Das fragte sich Berthold Geis in dieser Woche.
25. Februar 2011, 22:00 Uhr
»Rayka« könnte weitergezogen sein, vermutete ihr Besitzer. Dann sichtete eine AZ-Leserin den Vogel.

»Ich habe sie vor ein paar Tagen aus den Augen verloren«, sagte der Falkner aus Villmar bei Limburg auf AZ-Anfrage. Offenbar hat der Adler der Stadt aber noch nicht den Rücken gekehrt.

Jedenfalls meldete sich am Freitag eine Leserin bei der Redaktion, die den großen Vogel nahe der Lahn gesehen hat. Dort habe er - zu ihrem Schrecken - einen Reiher getötet, um ihn zu fressen, erzählte sie. Geis kann sich das kaum vorstellen: »Dazu ist «Rayka» nicht wendig genug. Ich vermute, dass der Vogel dort bereits tot lag.«

Ein Seeadler wurde kürzlich auch im Vogelsberg gesehen, unter anderem am Ober-Mooser Teich. Bei dem handle es sich jedoch, wie Fotos zeigten, um ein europäisches Exemplar, berichtet der Falkner.

Kurz vor Weihnachten war der mächtige Greifvogel entflogen. In den zwei Monaten seitdem scheint sich »Rayka« an das Leben in Freiheit gewöhnt zu haben und fand offenbar genug Nahrung in der Natur. Entsprechend schrumpft allmählich Geis' Hoffnung, dass er den Adler wieder wird einfangen können. Weiter versuchen wolle er das aber auf jeden Fall, erklärt er - allein schon aus Sorge, dass das Tier ein Verkehrsopfer werden könnte.

Der beringte Adler ist erst einige Monate alt und sieht darum noch weitgehend dunkelbraun aus mit einigen hellen Federn. Der weiße Kopf wird sich erst im Laufe der nächsten Jahre herausbilden. Der eigentlich in Nordamerika heimische Vogel - das Wappentier der USA - ist fast doppelt so groß wie ein Mäusebussard, der bei uns häufigste Greif. Ein Weißkopfseeadler kann eine Körperlänge von 90 Zentimetern, eine Flügelspannweite von 2,30 Metern und ein Gewicht von 6 Kilogramm erreichen.

Berthold Geis würde sich über weitere Hinweise von Menschen freuen, die seinen Vogel gesehen haben. Er ist zu erreichen unter Tel. 01 75/8 77 95 65. (Archivfoto: Schepp)



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