31. Juli 2018, 11:00 Uhr

Radwege

Weiße Farbe gegen schwarze Löcher

Manchmal bringt ein bisschen Farbe schon mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das zeigen zwei kleine Maßnahmen der Stadt, die Empfehlungen des ADFC umgesetzt hat.
31. Juli 2018, 11:00 Uhr
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Von Burkhard Möller
Neue Leitmarkierungen am Radweg entlang der B 457. (Fotos: Schepp)

Wer schon einmal nachts mit dem Fahrrad auf den straßenbegleitenden Radwegen zwischen Gießen und dem Schiffenberg oder zwischen Gießen und Watzenborn, Leihgestern, Wißmar oder Steinbach unterwegs war, kennt dieses unangenehme Gefühl: Kommen Pkw entgegen, verschwindet der Radweg durch die Blendwirkung in einem schwarzen Loch. Da hilft oft nur noch: anhalten und warten, bis keine Autos mehr kommen. Eine Orientierungshilfe hat vor wenigen Tagen die Stadt entlang der B 457 zwischen der Automeile und dem Europaviertel angebracht. Auf Anregung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) wurden die beiden Ränder des Radwegs mit einer fetten weißen Leitmarkierung versehen.

Nach Angaben des Gießener ADFC gibt es bereits seit vielen Jahren die Vorgabe, den nächtlichen Verkehr auf straßenbegleitenden Radwegen derart zu sichern: »Obwohl dies schon seit 2009 gilt, müssen wir immer wieder die Behörden auffordern, dass sie dies auch umsetzen«, erklärt der Club auf seiner Facebookseite. Im Fall der B 457 sei das aktuell zwar gelungen, aber die Stadt könne die weißen Leitstreifen nur bis zur Stadtgrenze markieren. Um den Druck auf Nachbarkommunen, den Landkreis oder Hessen Mobil zu erhöhen, macht es aus Sicht des ADFC Sinn, der städtischen Radverkehrsbeauftragten (radverkehr@giessen.de) eine E-Mail mit der Aufforderung zur Markierung weiterer Radwege zu schicken.

Bürckstümmer wird Radbeauftragte

Denn die Stadt handelt, wie ein Beispiel aus der Innenstadt zeigt. So wurde auf der Südanlage in Fahrtrichtung Berliner Platz eine Markierung angebracht, die die rechtsabbiegende Fahrspur von der rechten Geradeausspur trennt. So könne sich der geradeaus fahrende Radfahrer frühzeitig einordnen und sei nicht mehr »zum abrupten Spurwechsel« über die rechtsabbiegende Spur gezwungen, erklärt Verkehrsdezernent Peter Neidel. Beispielhaft würden vom Tiefbauamt bis Oktober die Knoten Schubertstraße/Aulweg und Marburger Straße/Wellersburgring/Kiesweg ebenso markiert, kündigte der CDU-Stadtrat an. Die Stadt folge damit einer Anregung des ADFC im Rahmen des »Runden Tischs Radverkehr«.

Eine wichtige Personalie, den Radverkehr betreffend, hat am Montag die Stadt bestätigt. Neue Beauftragte und Nachfolgerin von Alexander Koch wird Katja Bürckstümmer, die in den letzten Jahren das Stadtradeln koordiniert hatte und auch als Alltagsradlerin die Schwachstellen in Gießen genau kennt.



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