26. Dezember 2008, 22:26 Uhr

Weihnachtsmann brachte vier neue Erdenbürger

Gießen (elo). Ganz besonders viel Mühe mit seinen Geschenken hatte sich der Weihnachtsmann am Heiligen Abend im St. Josefs-Krankenhaus gegeben: gleich vier neue Erdenbürger erblickten dort das Licht der Welt.
26. Dezember 2008, 22:26 Uhr
Betrieb herrschte an Heiligabend auf den Fluren des St. Josefs-Krankenhauses, als Schwestern mit musikalischer Begleitung auf Achse waren. (Foto: elo)

Gießen (elo). Ganz besonders viel Mühe mit seinen Geschenken hatte sich der Weihnachtsmann am Heiligen Abend im St. Josefs-Krankenhaus gegeben: gleich vier neue Erdenbürger erblickten dort das Licht der Welt. Als allererstes schon um 0.31 Uhr der Sohn von Afaf Danho, 3470 Gramm schwer und 53 Zentimeter groß. Die irakischstämmige Mutter und ihr türkischer Ehemann nahmen sich allerdings noch etwas Zeit, einen passenden Namen zu finden. Vier Neugeborene am 24. Dezember, das sei laut Hebamme Heike Schmitt »schon sehr viel«. Auch bei Schwester Oberin Fabiola Manz und den übrigen Ordensfrauen der Schwestern vom Heiligen Erlöser sowie Pflegepersonal und Ärzten war die Freude groß über diese unerwartete Überraschung. Und so fiel die Arbeit allen etwas leichter. Denn an diesem besonderen Tag des Jahres ist niemand gerne von der Familie getrennt. Doch Neugeborene und Krankheiten halten sich nun mal nicht an Feiertage.

Um für ein wenig weihnachtliche Stimmung im an diesem Tag noch etwas tristeren Krankenhausalltag zu sorgen, hatten Oberin Fabiola und ihre Mitschwestern am Mittwoch auf ihrer Runde durch alle Etagen und Zimmer musikalische Begleiter dabei: den »Singenden Postboten« Gerhard Fay und Willi Müller am Akkordeon. Wem es die Krankheit erlaubte, das Zimmer zu verlassen, gesellte sich nach draußen auf den Flur, um gemeinsam mit den Musikern, Ordensschwestern und Pflegern Weihnachtslieder wie »Stille Nacht, heilige Nacht« oder »Oh Tannenbaum« anzustimmen. Für die restlichen Patienten, die das Bett hüten mussten, öffnete man weit die Türen, damit auch sie in den Genuss der festlichen Klänge kommen konnten. Zudem hatten die Schwestern jedem Patienten Plätzchen als Geschenk mitgebracht.

»An Weihnachten herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre«, betonte Krankenschwester Gunda Beckmann. Daher falle ihr der Dienst an Heiligabend trotz der Trennung von der Familie nicht zu schwer. Ähnlich erging es Elisabeth Rühl, ebenfalls auf der Neugeborenen-Station tätig und schon seit über dreißig Jahren am Krankenhaus angestellt: »Man erreicht an Weihnachten Menschen, die man sonst das ganze Jahr über nicht erreicht«, so ihre Erfahrung. Anderseits wird die Belastung des Feiertagsdienstes fair verteilt. »Wir regeln das flexibel«, meinte Matthias Schäfer von der Intermediate-Care-Station, wo viele frisch operierte Patienten liegen. »Die eine Gruppe macht Weihnachten Dienst, die andere an Silvester.« Und wer eigene Kinder habe, die noch klein seien, müsse weniger häufig an Feiertagen arbeiten als solche, deren Nachwuchs bereits älter wäre, wie der Krankenpfleger hervorhob. Selbst Lernschwestern werden bereits fest in dieses Schema eingebunden. So war am Mittwoch ebenfalls die 20-jährige Ann Marie Wagner auf der Intermediate-Care-Station im Einsatz. »Mir macht das nichts aus. Schließlich wird es später im Beruf auch nicht anders sein«, zeigte sie Verständnis, wie im Übrigen ebenso ihre Familie und Verwandtschaft, deren Feier sie erst lange nach Dienstschluss um acht Uhr beiwohnen konnte.

Die Ordensschwestern hatten in diesem Jahr wie gewohnt zwei Anlässe zu begehen: die Geburt Jesu Christi, aber auch die ihrer Oberin Fabiola Manz. Bescheiden wie sie ist, wünschte sie, nicht allzu viel Aufhebens darum zu machen. Und die wenig charmante Frage nach ihrem Alter beantwortete sie mit einem Lächeln: »Ich bin mittlerweile im Rentenalter.« Ansonsten lief der Heilige Abend bei den Ordensfrauen kaum anders ab als in normalen Familien: »Wir haben ein gemeinsames Essen und gehen später zur Christmette in die Bonifatiuskirche«, beschrieb Schwester Theresa den Ablauf, bevor die Sangesgruppe das nächste Weihnachtslied anstimmte.

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