17. September 2017, 14:00 Uhr

Bundestagswahl

Was wird die größte Herausforderung der kommenden vier Jahre in Deutschland sein?

Elf Kandidaten werben um das Abgeordneten-Direktmandat für den Bundestags-Wahlkreis 173. Wir haben sie gefragt: Was wird die größte Herausforderung der kommenden vier Jahre in Deutschland sein?
17. September 2017, 14:00 Uhr
(Foto: Michael Kappeler)

Am 24. September wollen elf Mittelhessen Ihre Erststimme und das Abgeordneten-Direktmandat für den Bundestags-Wahlkreis 173. Wir haben den Kandidaten drei zentrale Fragen gestellt. Die zweite: Was wird die größte Herausforderung der kommenden vier Jahre in Deutschland sein? Ihre Antworten.

 

Helge Braun (CDU)

»Ich sehe drei große Herausforderungen: Erstens: Stärkung des Zusammenhalts in Europa angesichts des Brexit und der Differenzen mit einigen Ländern Osteuropas. Zweitens: Die erfolgreiche Einstellung unserer Wirtschaft auf das digitale Zeitalter, damit gute und sichere Arbeitsplätze und Wohlstand erhalten bleiben. Drittens: Konsequente Bekämpfung von terroristischen Gefährdern und organisierter Kriminalität durch mehr Polizei und klare Befugnisse für die Sicherheitsbehörden, damit wir überall in Deutschland sicher leben können.«



Matthias Körner (SPD)

»Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist in vielfältiger Weise bedroht. Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit. Wir müssen unser besser auf die Arbeit der Zukunft vorbereiten – mit Bildung für unsere Kinder, Ausbildung für die Jugend und Weiterbildung der Erwachsenen. Wir brauchen sichere Jobs, die nach Tariflohn bezahlt sind, unbefristet und ohne Leiharbeit­ und Werkverträge. Gute Löhne führen in der Folge zu guten Renten. Wenn wir uns auf diese Themen konzentrieren, schaffen wir auch die Integration der geflüchteten Menschen in unser Land.«



Eva Goldbach (Bündnis 90/Die Grünen)

»Das Erdöl­-Zeitalter ist vorbei. Jetzt ist der Wendepunkt erreicht, an dem Deutschland konsequent umlenken muss in das Zeitalter der erneuerbaren Energien. Die größte Herausforderung auf diesem Weg ist es, die Erderwärmung zu reduzieren, die Verkehrswende zu schaffen und die Agrarwende einzuleiten. Dazu brauchen wir aber klare politische Vorgaben und Ziele. Von einer neuen Bundesregierung, die mutig, die ökologisch und zukunftsorientiert ist.«



Ali Al Dailami (Die Linke)

»Die größte Herausforderung wird nicht nur die Integration von Flüchtlingen sein, sondern auch von hier lebenden und ökonomisch abgehängten Menschen. Damit Integration auch gelingen kann, bedarf es einer sozialen Offensive, die die Grund­lagen dafür schafft. Der Sozialstaat muss wiederhergestellt werden. Wir brauchen mehr Lehrerinnen und Lehrer und Investitionen in Schulen, Bildung, den Wohnungsbau und der Ausbau der Infrastruktur. Als einzige im nächsten Bundestag vertretene Partei werben wir für eine Ver­mögenssteuer in Form einer Millionärssteuer zur Finanzierung dieser Herausforderungen.«



Uwe Schulz (AfD)

»Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit in Sachen ›Flüchtlinge‹ und Migration. Konsequente Rückführung aller illegal Eingereisten und Neudefinition des bisherigen Grundrechts auf Asyl. Schaffung eines Einwanderungsgesetzes beruhend auf tatsächlichen Bedarfen und individueller Qualifikation, wobei ein Geschlechtermix anzustreben ist. Der Themenkomplex (ungesteuerte) ›Migration‹ wird aufgrund der Auswirkungen auf so gut wie alle gesellschaftlichen und politischen Bereiche über Jahre die größte Herausforderung sein.«



Hermann Otto Solms (FDP)

»Die größten Herausforderungen für die Zukunft unserer Gesellschaft sind zum einen der schnelle Ausbau der Digitalisierung, zum anderen die Erneuerung des Bildungssystems von der frühkindlichen Bildung bis zur Hochschule. Und schließlich ein ausgewogenes Verhältnis der Nutzung des Sozialproduktes zwischen Staat und Privat. Das heißt, dass die Bürger, die das Sozialprodukt erwirtschaftet haben, durch Entlastung bei den Steuern und Abgaben an dem Erfolg beteiligt werden müssen. Das ist seit 2005 vernachlässigt worden. «



Thassilo Hantusch (NPD)

»Die Identität und Kultur unseres Landes zu erhalten. Die Massenzuwanderung nach Deutschland muss gestoppt werden! Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben!«



Diego Semmler (Freie Wähler)

»Die Integration der Flüchtlinge wird eines der größten Themen sein. Es ist wichtig und richtig Menschen in Not zu helfen und Asyl zu gewähren. Das muss aber geordnet geschehen und wir müssen auch ehrlich erkennen, dass wir nicht jedem helfen können. Ich möchte daher ein europäisches Asylrecht anstreben, bei dem Flüchtlinge nach Wirtschaftsleistung und Einwohnerzahl auf alle Staaten aufgeteilt werden. Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte haben dabei Vorrang vor Wirtschaftsflüchtlingen. Wer sich allerdings nicht an die Gesetze hält, dessen Asylstatus muss gerichtlich beendet werden können.«



Wanja Lange (MLPD)

»Wir werden das Internationalistische Bündnis weiter aufbauen. Damit sind wir der Gegenpol zum Rechtsruck der Regierung mit ihrer menschenverachtenden Flüchtlingspolitik, der Förderung faschistoider Kräfte wie der AfD, zur massenhaften Bespitzelung der eigenen Bevölkerung und der ­Kriminalisierung der revolutionären Kräfte. Statt einem ›weiter so‹ verbinden wir den Kampf um jede Stimme bei dieser Bundestagswahl mit der Losung: Mach mit, damit sich wirklich etwas ändert!«



Henning Mächerle (DKP)

»Dafür zu sorgen, dass Banken und Versicherungen, der gesamte Finanzsektor stärker kontrolliert wird und diese Märkte wieder stark reguliert werden. Ansonsten ist eine Krise wie 2008 unvermeidbar.«



Peter Klis (Überparteilich!)

Peter Klis hat es abgelehnt, an der Kandidatenbefragung teilzunehmen.


Wir haben den Kandidaten zwei weitere zentrale Fragen gestellt. Die erste samt Antworten finden Sie hier. Die dritte Runde ist in den kommenden Tagen auf www.giessener-allgemeine.de zu lesen.

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