30. August 2016, 18:43 Uhr

Was läuft im Ankunftszentrum für Asylbewerber?

Gießen (mö). Das Gießener Regierungspräsidium widerspricht Berichten über Chaos im Ankunftszentrum im früheren US-Depot. Die Abläufe zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie der HEA hätten sich mittlerweile »gut eingespielt«. Ein Anblick indes weckt ungute Erinnerungen.
30. August 2016, 18:43 Uhr
In einem Sammel-Wartebereich neben dem Ankunftszentrum warten am Dienstag rund 200 Asylbewerber auf eine erste Sichtung ihrer Papiere. (Foto: mö)

Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr an der Rödgener Straße: Vor einem Zelt der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) stehen und sitzen zwischen 150 und 200 Menschen, darunter Frauen mit kleinen Kindern. Der Anblick weckt Erinnerungen an den Krisensommer 2015, als hunderte Flüchtlinge auf der Wiese vor dem Alpine Club lagerten. Aber dieser Eindruck ist falsch, betont das Gießener Regierungspräsidium. Es handele sich um Asylbewerber, die in dem neueingerichteten Ankunftszentrum, das das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und die HEAE gemeinsam betreiben, ihren Asylantrag stellen sollen und sich vorher in einem »Sammel-Wartebereich« aufhielten. »Bei schönem Wetter warten die Menschen lieber draußen«, erklärt RP-Sprecherin Ina Velte. Mithin sei die Menschenansammlung kein Anzeichen für chaotische Verhältnisse.

Die Abläufe in dem Ankunftszentrum hatten in den letzten Tagen für viel Kritik und Schlagzeilen gesorgt. Weitesgehend zu Unrecht, widerspricht Velte einem Bericht der Wetzlarer Neuen Zeitung, aus dem die GAZ am Montag zitiert hatte. Unter Bezugnahme auf Flüchtlingshelfer und Kommunalpolitiker aus dem Lahn-Dill-Kreis hatte die Zeitung über »chaotische« und »unsägliche« Verhältnisse in dem Zentrum berichtet, nachdem dort vergangene Woche fast 2000 Asylbewerber aus dem Lahn-Dill-Kreis und dem Kreis Marburg-Biedenkopf angekommen waren.

Unter anderem wies Velte zurück, dass die Flüchtlinge stundenlang stehend auf ihre Anhörung hätten warten, in total überhitzten Zelten hätten übernachten müssen und dass ihnen das Telefonieren mit dem Handy verboten worden sei. Es gebe Sitzplätze für 1500 Personen, kein Handyverbot, und für Übernachtungen, falls nötig, stünden die festen Gebäude der HEAE und – in Ausnahmefällen – Leichtbauhallen zur Verfügung. Bis zu 450 Personen hätten in der vergangenen Woche täglich ihren Asylantrag stellen können, nur am ersten Tag sei es in Folge technischer Probleme zu Wartezeiten gekommen. »Die Abläufe und Vernetzungen zwischen BAMF und HEAE haben sich inzwischen gut eingespielt«, erklärte Velte. Ab Montag würden Flüchtlinge aus dem Landkreis Gießen, die noch keinen Asylantrag stellen konnten, vom BAMF nach Gießen »eingeladen«.

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