01. Oktober 2012, 20:13 Uhr

Vorläufiges Aus für BID Katharinenviertel

Gießen (mö). Das Katharinenviertel wird auf unbestimmte Zeit kein Business Improvement District (BID) mehr sein.
01. Oktober 2012, 20:13 Uhr
Ohne Mitwirkung der Eigentümer der früheren Kaufhof-Filiale kann der BID Katharinenviertel nicht weitermachen. (Foto: Schepp)

Das steht fest, nachdem das Bad Hersfelder Unternehmen Rosco, das im Sommer das Gebäude der früheren Kaufhof-Filiale von der Metro-Gruppe übernommen hatte, einen Beitritt zum BID abgelehnt hat. Grund: Die Mitgliedschaft in dem BID, die für den Eigentümer der mit Abstand größten Immobilie im Katharinenviertel nach GAZ-Informationen mit der Zahlung von 100 000 Euro bis 2017 verbunden wäre, würde den geplanten Weiterverkauf des Hauses erschweren, gaben der Vorstand des BID-Vereins und die Gießen Marketing GmbH am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung den Eigentümer Rosco wieder.

Aus der Erklärung geht hervor, dass Rosco mit der früheren Galeria Kaufhof genauso verfahren will wie mit der Galerie Neustädter Tor. Auch die war von dem Unternehmemn aus Osthessen schon bald nach Fertigstellung an einen Fonds verkauft worden. Rosco verstehe sich als Projektentwickler, nicht als Betreiber von Einzelhandelsobjekten, habe Rosco-Geschäftsführer Herbert Kramer in einem Gespräch mit dem Vorstand des BID Katharinenviertel betont, erklärten BID-Vorsitzender Rüdiger Kowalsky und Sadullah Gülec, Geschäftsführer der Marketing GmbH, die in die Verhandlungen eingebunden war. Kramer habe erklärt, dass ein Beitritt zum BID eine »Dauerlastschuld« bedeute, die man auf den nächsten Eigentümer übertragen müsste und daher potenzielle Kaufinteressenten abhalten könnte.

Dem Vernehmen geht es im Fall des seit Sommer leerstehenden Kaufhauses um eine Abgabe in Höhe von insgesamt 100 000 Euro, verteilt auf jeweils 20 000 Euro für jedes Jahr der fünfjährigen BID-Laufzeit. Für die BIDs gibt es eine gesetzliche Grundlage, die eine Abgabenpflicht für die Eigentümer von Immobilien im Geltungsbereich des Distrikts vorschreibt. Allerdings muss ein gewisser Prozentsatz der Eigentümer dem BID zustimmen, sonst kann er nicht zustande kommen. Der Fortbestand des BID Katharinenviertel hängt also davon ab, ob der Eigentümer des größten Gebäudes mitmacht.

Beim Vorstand des BID sorgte die Absage von Rosco für Enttäuschung. Vorsitzender Kowalsky: »Eine Zustimmung der Rosco-Gruppe zur BID-Verlängerung hätte den Hauseigentümern und Einzelhändlern in unserem Quartier Mut gemacht«. Insbesondere das Katharinenviertel brauche die Gemeinschaft von Hauseigentümern und Mietern, um das Quartier weiterhin aufzuwerten. Von dieser Gemeinschaft würde das neue Kaufhaus profitieren, ist Kowalsky überzeugt. Da Rosco-Vertreter Kramer betont habe, dass die Absage für dieses Jahr gelte, bleibe die »Resthoffnung«, dass die BID-Verlängerung im kommenden Jahr wieder ein Thema werde. Kowalsky kündigte an, dass die Aktiven des Vereins auch ohne offziellen BID-Status im Interesse des Viertels weitermachen wollen. Ungeachtet der Frage, ob es zu einem Comeback des BID kommen wird, wünschen sich die Vereinsmitglieder, dass Rosco mit seinem Vorhaben, die frühere Kaufhof-Filiale wiederzubeleben, Erfolg hat.

Wie berichtet, strebt Rosco die Wiedereröffnung im Spätherbst 2013 an. Derzeit verhandeln die Projektentwickler, die unter anderem auch das Herkules-Center in Wetzlar übernommen haben und wettbewerbsfähig machen wollen, mit Mietern und wollen bald mit dem Umbau beginnen.

Der BID Katharinenviertel ist der einzige der vier Gießener Distrikte, der seine Laufzeit nicht verlängert. Seltersweg, Marktquartier und Theaterpark werden bis 2017 weitermachen.

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