13. März 2019, 22:06 Uhr

Von der Blüte bis zum Saft

13. März 2019, 22:06 Uhr
Volker Mattern will mit Kinder unter anderem Apfelsaft selbst keltern und dafür sensibilisieren, wie wichtig Streuobstwiesen für das Ökosystem sind. (Foto: Schepp)

Äpfel gehören bei Kindern zur Ernährung so selbstverständlich dazu wie Nudeln, Pommes frites oder auch mal Schokolade oder Gummibärchen. Doch wo kommen die Äpfel eigentlich her? Wie entsteht ein Apfel, wie macht man Apfelsaft? Und was sind eigentlich Streuobstwiesen und welche wichtige Bedeutung haben sie im Ökosystem? Der Gießener Volker Mattern will das Leben in der Streuobstwiese für Kindergartenkinder und Grundschüler praktisch erfahrbar machen. Unter dem Motto »Der Apfel – von der Blüte bis zum Saft« bietet er für Gießener Kitas und Schulen Exkursionen in heimische Obstwiesen an.

Kindern und Eltern fehlt das Wissen

»Im Gegensatz zu den Urgroßeltern und Großeltern fehlt der heutigen Eltern- und Kindergeneration oft das Wissen um den Wert der Obstbäume«, sagt der 70-jährige ehemalige Betriebswirt, der sich unter anderem bei den »Grünen Engeln« engagiert, die sich um den Erhalt städtischen Grüns in Gießen kümmern. Für Kinder sei es sicher spannend, hautnah zu erleben, wie aus der Blüte ein Apfel und aus dem Apfel Apfelsaft wird. Kinder mögen die Natur, sie wollen ihr Wissen erweitern und das Leben am besten mit allen fünf Sinnen »begreifen«. Diese kindliche Lust am Entdecken und Lernen möchte Mattern nutzen, um die junge Generation dafür zu sensibilisieren, dass es bei den Streuobstwiesen um mehr geht als nur um Obstbäume.

Tier- und Vogelarten entdecken

»Die Streuobstwiese ist ein Ökosystem mit vielfältigen Pflanzen und Tieren. Sie hält für die Kinder viele Überraschungen parat. Beispielsweise Insekten- und Vogelarten, die in den Bäumen nisten und leben. Außerdem entdecken die Kinder beim genaueren Hinsehen, dass die Bäume unterschiedlich sind. Ich möchte den Kindern auch die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Vielfalt der Insekten und den damit verbunden Kreislauf in der Natur näher bringen«, sagt Mattern, der vier Enkelkinder hat und sich stark beim Verein »Ehrenamt Gießen« einbringt.

Die Idee zu der Aktion hatte der gebürtige Gießener und begeisterte Volksläufer bei einem Spaziergang durch die Streuobstwiese auf dem Gelände der Vitos-Klinik an der Licher Straße. Mattern stellte sein Projekt bei zwölf Gießener Kindergärten sowie bei der Korczak-Schule vor – und stieß auf offene Türen. »Die Resonanz war sofort positiv.«

Mattern will auch eine tragbare Apfelpresse mit in die Kitas nehmen und den Kindern zeigen, was beim Keltern geschieht. Natürlich können die Kinder auch selbst Hand anlegen. Als Belohnung wird der gekelterte Apfelsaft den Kitas zur Verfügung gestellt.

Mit den ersten Exkursionen in die Streuobstwiese soll es etwa Ende April zur Apfelblüte losgehen. Mattern hat dazu schon zehn Info-Tafeln organisiert, Kontakte zur Streuobst AG der Stadt Gießen und zu einem Agrarwissenschaftler hergestellt. Ludwig Wiemer vom städtischen Gartenamt und Angelika Nailor vom Verein »Ehrenamt Gießen« unterstützen ihn bei dem Projekt.

Unterstützer gesucht

Weil Mattern aber in der relativ kurzen Apfelblütezeit rund drei Kindergruppen pro Tag in die Streuobstwiese führen will, sucht er noch Unterstützer wie beispielsweise Biologen, Lehrer oder erfahrene Hobbygärtner, die Kinder über Streuobstwiesen informieren. Wer Interesse hat, kann sich unter Tel. 0641/4990482 bei Volker Mattern melden.

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