17. Januar 2017, 19:30 Uhr

Von Parkinson bis Tumorforschung

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert im kommenden Jahr sechs Forschungsprojekte an den medizischen Fachbereichen in Gießen und Marburg. Sie stellt dafür eine Million Euro bereit. Die Projekte im Einzelnen:
17. Januar 2017, 19:30 Uhr
Prof. Holger Hackstein (Mitte) nimmt stellvertretend für seine Arbeitsgruppe die Urkunde von Präsident Friedrich Bohl (l.) und Vizepräsident Hans Dieter Klenk entgegen. (Foto: pm)

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert im kommenden Jahr sechs Forschungsprojekte an den medizischen Fachbereichen in Gießen und Marburg. Sie stellt dafür eine Million Euro bereit. Die Projekte im Einzelnen:

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende, degenerative Erkrankung des Gehirns. Ziel des Projektes von Dr. Lina Matschke ist es, die Krankheitsmechanismen vor Ausbruch der Erkrankung zu verstehen, um langfristig zu ihrer Prävention beitragen zu können. Mit 150 000 Euro wird die Arbeit der Marburgerin unterstützt.

Patienten mit Schizophrenie leiden unter Sprach- und Kommunikationsstörungen. Ziel von Prof. Benjamin Straube und Prof. Gebhard Sammer ist es, mithilfe sprachbegleitender Gestik das Sprachverstehen und die Gedächtnisprozesse Betroffener zu verbessern. Mit 120 000 Euro wird das Projekt gefördert, das gemeinsam an den Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen und Marburg durchgeführt wird.

Die extrakorporale Photopherese gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten zellulären Immuntherapien. Angewendet wird sie unter anderem bei Tumorerkrankungen der Haut und zur Verhinderung von Transplantatabstoßungen. Unklar ist bisher, warum das Verfahren bei unterschiedlichen Erkrankungen wirksam ist. Dieser Frage widmen sich die Professoren Holger Hackstein, Thilo Jakob und Gregor Bein aus Gießen sowie Andreas Neubauer und Dr. Cornelia Brendel aus Marburg in ihrem interdisziplinären Kooperationsprojekt (130 000 Euro).

Begleitende Probleme bei Depressionen sind Konzentrations- oder Gedächtnisdefizite, die häufig auch nach der akuten Erkrankungsphase fortbestehen. Neben psychotherapeutischen und medikamentösen Therapiemöglichkeiten erweitern nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren das Behandlungsspektrum. In seinem mit 150 000 Euro geförderten Forschungsvorhaben will der Marburger Dr. Bruno Dietsche die Wirkung zwei verschiedener Methoden auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Patienten im Verlauf überprüfen und vergleichen.

Der in Asien und Australien verbreitete Erreger Orientia tsutsugamushi wird durch Milben übertragen und führt zu hohem Fieber und Hautausschlag, bei Komplikationen zu tödlichen Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen. Für die zukünftige Impfstoffentwicklung spielt eine wichtige Rolle, welche Entzündungssignalwege durch molekulare Strukturen aus dem lebenden Erreger ausgelöst werden. Dieser Fragestellung geht der Marburger Dr. Christian Keller in seinem mit 200 000 Euro geförderten Projekt nach.

Patienten mit einem aggressiven Hirntumor oder einem Tumor der Bauchspeicheldrüse haben eine besonders schlechte Lebenserwartung. Ziel des Projektes von Prof. Jörg Walter Bartsch aus Marburg und Prof. Dr. Andre Menke aus Gießen ist es, neue Therapieansätze für diese Krankheitsbilder zu entwickeln. Unterstützt wird das interdisziplinäre Projekt mit 175 000 Euro.

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