17. Mai 2019, 21:33 Uhr

Vom Prinzen zum Präsidenten

17. Mai 2019, 21:33 Uhr
»Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig«, verspricht Arndt Niedermayer (r.) bei der Stabübergabe durch Jörg Langsdorf (l.). (Foto: csk)

Zur närrischen Uhrzeit fehlten exakt elf Minuten. Und so passt es dann doch wieder haargenau, dass die Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) am Donnerstagabend um Punkt 21 Uhr ihren neuen Präsidenten gekürt hat. Arndt Niedermayer, der Faschingsprinz der Kampagne von 2017/18, erhielt bei der Mitgliederversammlung im Bürgerhaus Kleinlinden 63 der insgesamt 76 Stimmen. Einen Gegenkandidaten hatte er nicht. Niedermayer folgt auf Jörg Langsdorf, der seit 2015 an der Spitze der Gießener Narren stand und sich nicht mehr zur Wiederwahl stellte.

Er wolle »einige Sachen optimieren«, aber »keineswegs alles anders machen«, kündigte der Neue an. Von seinem schnellen Aufstieg an die Spitze der GFV scheint er selbst noch ein wenig überrascht. Schließlich sei er erst vor zwei Jahren in den Verein eingetreten: »Ihr seid alle viel länger dabei als ich«, mutmaßte der Chef des Gießener Toiletten Miet-Service. Nun kann frischer Wind ja auch nie schaden - zumal der soeben gewählte Präsident direkt vollen Einsatz versprach: »Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig.«

Kritik an »Zuch«-Gebühren

Der Dank der anwesenden Mitglieder galt am Donnerstag vor allem Langsdorf. Dieser nutzte seinen letzten Bericht über die abgelaufene Kampagne, um den GFVlern ins Gewissen zu reden. Stichwort Prunksitzung: Allein schaffe es der Vorstand nicht, die Kongresshalle zum Höhepunkt der Kampagne voll zu bekommen. Unter dem auch anno 2019 eher mauen Besuch litten der Spaßfaktor der Aktiven und die Kasse des Vereins gleichermaßen. Rühre nicht jeder Einzelne dafür die Werbetrommel, »werden wir es wohl nie mehr sehen, dass die Kongresshalle zur Prunksitzung voll ist«, sagte Langsdorf.

Vizepräsident Michael Schifner resümierte unter anderem den Sturm auf das Rathaus und den Faschingszug. Die Machtübernahme während einer Stadtverordnetensitzung sei als »neues Format« insgesamt »sehr gelungen« gewesen.

Indes leide der »Zuch« zusehends unter regionaler Konkurrenz, etwa aus Ober-Mörlen. Dort waren am 3. März rund 120 Zugnummern auf der Straße, während sich zeitgleich knapp 70 durch Gießen schlängelten. Ein Grund laut Schifner: Für die Teilnahme am GFV-Zug müssten Aktive zahlen, in Ober-Mörlen erhielten sie sogar Geld.

Bei den Wahlen wurde der Vorstand fast durchweg für zwei Jahre bestätigt. Neben Langsdorf schied einzig der Erste Schriftführer Marc Abrie aus. Für ihn rückte der Zweite Schriftführer Ralf Olschewski nach, dessen Rolle fortan Frank Beck übernimmt. Vize Schifner bleibt der GFV ebenso erhalten wie Schatzmeisterin Sabine Hachenberger, der Zweite Schatzmeister Matthias Ruhl und Zugmarschall Bernd Hachenberger. Als Beisitzer fungieren weiterhin Anja Helmchen, Andreas Schneider und Joachim Volk.

Erstmals offiziell tagen wird der neue Vorstand am kommenden Montag. Zu den Themen gehört dann auch der Vorschlag eines Vereinsmitglieds, den zuletzt ausgefallenen »Bräu der Tollitäten« künftig im Bürgerhaus Rödgen stattfinden zu lassen. Tatsächlich habe der Programmausschuss bereits ein Gespräch mit Vertretern der Stadthallen GmbH geführt, erzählte Niedermayer und fügte hinzu, es werde in der Kampagne 2019/20 »mindestens eine Veranstaltung der GFV in Rödgen geben«. Für zehn Jahre Mitgliedschaft hatte Langsdorf zu Beginn der Versammlung Alexandra Weisbrod geehrt, 25 Jahre im Verein sind Katja Noack, Jutta Keiner, Sylvia Würtele und Ulrich Würtele.

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